Dass die zunehmend hohen Temperaturen ein Gesundheitsrisiko sein können, ist längst kein Geheimnis mehr. Deshalb sucht der Kreis Esslingen nach Möglichkeiten, wie er den Menschen beistehen kann. Ein Ansatz ist eine Landkreiskarte, auf der kühle Orte ausgewiesen sind. Darüber hat das Gesundheitsamt des Landkreises am Montagvormittag an einem Stand vor dem Kirchheimer Kornhaus informiert.
„Besonders betroffen von der Hitze sind vulnerable Gruppen, zu welchen ältere und pflegebedürftige Menschen, jene mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch (kleine) Kinder zählen“, erklärte die stellvertretende Amtsleiterin Christine Stotz. Diese müsse man besonders sensibilisieren, wie sie sich schützen können. Ein Stadtplan – in diesem Fall von Kirchheim – mit roten und blauen Aufklebern soll dabei helfen: „Wir wollen von den Bürgerinnen und Bürgern wissen, wo in der Stadt und deren Umgebung besonders warme, aber vor allem kühle Orte sind, an denen man sich bei starker Hitze gut aufhalten kann“, erläuterte Stotz.
Auf dem Nürtinger und dem Echterdinger Wochenmarkt war das Team des Gesundheitsamts bereits vergangene Woche auf der Suche nach kühlen Orten, diese Woche folgen weitere Termine. Mit der Aktion beteiligt sich das Gesundheitsamt an der bundesweiten Woche der Klima-Anpassung, die das Zentrum für Klima-Anpassung gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz organisiert.
Die kühlen Rückzugsorte im Kreis Esslingen, die das Gesundheitsamt bei seiner Tour durch die Kommunen mithilfe der Bürgerschaft zusammenträgt, sollen digitalisiert und in einer interaktiven Karte auf der Homepage des Landratsamtes vor dem nächsten Sommer zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus werden schon jetzt Tipps zum Umgang mit Hitzewellen angeboten, und die Bevölkerung wird für die Gesundheitsrisiken durch Hitze sensibilisiert.
„Das Projekt ist ein Baustein, der in die Hitze-Aktionspläne einfließt, sowohl auf Landkreisebene als auch in jene der einzelnen Kommunen“, sagte Stotz. Der Umgang mit der Hitze und deren Folgen betreffe neben dem Gesundheitsamt weitere Bereiche, etwa den Forst, sagte der Landrat Heinz Eininger. „Das ist ein Thema, das uns auf vielfältige Art weiterhin beschäftigen wird.“
Für Kirchheim und Umgebung nannten Passanten als kühle Orte im Außenbereich Waldwege wie im Gebiet Schafhof und beim Waldheim im Hohenreißach, die Bürgerseen oder das Tiefenbachtal bei Nürtingen. Für die Innenstadt wurden etwa die Klosterwiese, der Marstallgarten, der Bürgerpark Herrschaftsgärten, das Freibad, der Spielplatz im Schlossgarten, der Rollschuh- und Postplatz oder auch die Stadtbücherei genannt.
Zusätzliche Bäume und schattige Sitzplätze sollen helfen
„Wir schauen seitens der Stadt, wo wir noch zusätzliche Bäume in Kübeln aufstellen oder wo man welche pflanzen könnte. Dazu haben wir bereits zwei sehr gut angenommene Trinkwasserbrunnen am Roßmarkt und vor der Stadtbücherei“, erklärte der Oberbürgermeister Pascal Bader. Ein weiteres Thema seien zusätzliche Sitzmöglichkeiten im Schatten. „Plätze wie der Marktplatz sind im Sommer sehr heiß. Die Überlegung ist, hier größere Schirme fest zu installieren“, sagte Bader.
Stationen Das Gesundheitsamt schlägt seinen Stand auf weiteren Wochenmärkten auf: am Mittwoch, 20. September, von 7 bis 12.30 Uhr in der Esslinger Innenstadt; am Donnerstag, 21. September, von 7 bis 12.30 Uhr in Filderstadt-Bonlanden, am Freitag, 22. September, von 7 bis 11 Uhr in Ostfildern-Nellingen.