In Stuttgart ist am Freitagabend mit einer zentralen Auftaktveranstaltung im Rathaus und einem ökumenischen Gottesdienst die 39. Interkulturelle Woche eröffnet worden. Der Dialog zwischen Kulturen und Religionen läuft in ganz Deutschland.

Stuttgart -

Mit einer zentralen Auftaktveranstaltung im Stuttgarter Rathaus und einem ökumenischen Gottesdienst in der Domkirche St. Eberhard ist am Freitagabend die bundesweit stattfindende Interkulturelle Woche eröffnet worden. Unter dem Motto „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ finden in mehr als 500 Kommunen bis zum 15. Oktober 4500 Veranstaltungen statt. Initiatoren der Interkulturellen Woche sind die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelischen Kirchen in Deutschland und die Griechisch-Orthodoxe Metropolie.

„Das ist ein sehr mutiges Motto“, sagte der Stuttgarter OB Fritz Kuhn (Grüne). Gemeinsamkeiten zu entdecken sei das eine, Unterschiede zu feiern aber das andere. Die Stadt, die laut Kuhn „ein offenes Bekenntnis zur Interkulturalität“ lebe, werde sich bemühen, diese von den Kirchen formulierte Forderung umzusetzen. Zumal Weltoffenheit nicht heiße, zu „bleiben wie wir sind“. Kuhn sprach sich denn auch für eine „Begeisterung für den Wandel“ aus. Denn Stuttgart profitiere davon, dass es hier „Stuttgarter aus mehr als 170 Nationen gibt“.

Verantwortung für die Flüchtlinge

Die Stadt, darauf legte Kuhn Wert, wolle ihrer Verantwortung bei der Aufnahme von Flüchtlingen gerecht werden. Er werde alles tun, damit man keine großräumigen Unterkünfte bereitstellen müsse. Dabei freut er sich nicht nur, dass es dafür einen parteiübergreifenden Konsens gibt, sondern dass „die Stadtgesellschaft als Ganzes dafür gesorgt hat“, dass kritische Stimmen zur Flüchtlingspolitik der Stadt nicht obsiegt hätten.

Die Zahl der Flüchtlinge werde zunehmen, sagte Landesintegrationsministerin Bilkay Öney (SPD). Das Land könne und wolle sich aber nicht abschotten. Öney verwies darauf, dass sich das Bewusstsein beim Thema Integration zum Positiven gewandelt habe. 2012 ist das Land der Charta der Vielfalt beigetreten und „es hat sich auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist“. Integration gelinge aber nur, wenn das Engagement von aktiven Antidiskriminierungsbemühungen begleitet werde. Beeindruckt ist Öney dabei „von dem großen Engagement der Ehrenamtlichen.“

200 000 Asylbewerber in Deutschland erwartet

Nicht anders geht es Aydan Özoguz (SPD), der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. „Von Oma Erna bis zum Unternehmer Maier kümmern sich Menschen um die Flüchtlinge in den Heimen.“ Bis Jahresende würden 200 000 Asylbewerber in Deutschland erwartet – „aber Deutschland ist ein Land, das es schaffen kann“.

In Stuttgart findet die Interkulturelle Woche unter dem Motto „Ankommen. Bleiben. Mitgestalten.“ statt. In zahlreichen Veranstaltungen steht das Thema Willkommenskultur im Zentrum.

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