International Women’s Club 35 Nationalitäten, ein gemeinsamer Club

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Beim International Women’s Club treffen sich Frauen aus der ganzen Welt, die in Stuttgart leben. Die Vereinssprache ist Englisch.

Die stellvertretende Vorsitzende Dorothee Klein hat selbst fünf Jahre lange im Ausland gelebt. Foto: Leonie Hemminger
Die stellvertretende Vorsitzende Dorothee Klein hat selbst fünf Jahre lange im Ausland gelebt. Foto: Leonie Hemminger

Feuerbach - Wichtig sind die Hände und die Füße. Damit die Verständigung auch dann klappt, wenn die Sprache anfangs noch eine Barriere darstellen sollte. Die Heimatländer der 130 Frauen, die sich beim International Women’s Club IWC (zu deutsch: Internationaler Frauenclub) treffen, sind quer über den ganzen Globus verteilt. Die Vereinsmitglieder kommen aus Singapur, Malaysia, Indien, Mexiko, Japan, Serbien, Tschechien, Australien und vielen Ländern mehr. 35 Nationalitäten sind es zurzeit, ein Großteil der Frauen ist amerikanischer oder britischer Herkunft. Etwa ein Viertel der Mitglieder stammen aber aus Deutschland. „Viele von ihnen sind mit einem Ausländer verheiratet, haben selbst lange im Ausland gelebt oder arbeiten in einem internationalen Unternehmen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Dorothee Klein.

Die Zahl derjenigen, die sich treffen, bleibt nie konstant, denn das Kommen und Gehen von Vereinsmitgliedern gehört zur Natur des Clubs. Schließlich sind viele nur vorübergehend in Deutschland. „Wir sind immer ein bisschen traurig, wenn jemand geht. Aber dafür gibt es dann Platz für andere Mitglieder. So kommen immer neue Geschichten und Impulse dazu“, sagt Klein. Oft bliebe der Kontakt auch über Ländergrenzen hinweg weiter bestehen.

Auf der Suche nach Gleichgesinnten

Gegründet wurde der Club im Jahr 2005 von einer Engländerin, die mit einem deutschen Bosch-Angestellten verheiratet war. „Bosch-Wife“ nennt Dorothee Klein diese Frauen, von denen es bis heute viele im Club gibt. Ein großer Teil der Mitglieder kommt daher aus dem Stuttgarter Norden. „Die Gründungsidee war, andere Frauen in derselben Situation kennen zu lernen“, sagt Klein. Völkerverständigung und Integration sind die beiden Schlagworte, die als Ziele in der Vereinssatzung stehen.

Dass es sich laut Klein um einen „reinen Weiberladen“ handelt, liegt darin begründet, dass viele Frauen ihre Männer ins Ausland begleiten und selbst nicht arbeiten gehen wollen oder wegen des Visums nicht dürfen. „Ihnen fehlt das automatische Netzwerk, das man als Berufstätiger hat. Außerdem haben Frauen mehr das Bedürfnis nach Geselligkeit und Tratsch“, sagt die 42-Jährige und lacht. Die Deutschen, die den Club besuchen, hätten meist Lust auf internationales Flair oder wollten ihre Englischkenntnisse – die offizielle Clubsprache – lebendig halten.

Bücher, Kinder, Handarbeit

Die wichtigste Vereinsveranstaltung ist das „month­ly dinner“, ein Abendessen in ganz unterschiedlichen Stuttgarter Restaurants, zu dem sich die Frauen jeweils am dritten Dienstag im Monat treffen. „Essen und schwätzen“, darum geht es dabei laut Klein. „Für die berufstätigen Frauen unter uns ist es eine Möglichkeit, am Clubleben teilzuhaben und abends ohne Kinder rauszukommen.“ Jeden ersten Mittwoch im Monat finden in einem Café im Stuttgarter Westen die „club meetings“ statt, mal vormittags, mal abends. Diese Treffen stehen immer unter einem bestimmten Thema. Manchmal referieren Frauen aus den eigenen Reihen, andermal wird ein externer Experte eingeladen. So berichtete zum Beispiel ein Polizeibeamter über die Sicherheit auf Stuttgarts Straßen, über die Themen Kulturschock und interkulturelle Ehen wurden Vorträge gehalten oder über die Arbeit des Kinderschutzbundes. Hin und wieder wird auch gemeinsam gebastelt, zuletzt gab es einen Kurs zu Blumendekoration. „Nur bei politischen Themen sind wir vorsichtig, das gibt schnell Sprengstoff“, sagt Klein.

Zusätzlich gibt es einige Untergruppen, zum Beispiel treffen sich beim „Mother’s Corner“ junge Mütter zum Spielenachmittag. Beim „Morning Meeting“ kümmert sich ein Babysitter um die Kinder, während die Mütter entspannt Kaffee trinken. Darüber hinaus gibt es unter anderem den „Book Club“ zum Austausch über Literatur, eine Kinogruppe, ein Handarbeitszirkel oder eine Gruppe für Gesichtsgymnastik.

Einmal im Jahr organisieren die Frauen des IWC eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Mit dem Erlös des Tanzabends wird der Verein Frauen helfen Frauen unterstützt. „Unsere Mitglieder fühlen sich hier sehr herzlich aufgenommen. Bei einigen ist das Bedürfnis entstanden, etwas an die Gemeinschaft zurückgeben zu wollen.“

Telefon: 0151 / 10 57 92 01

Mail: info@iwcstuttgart.org

Homepage: http://iwcstuttgart.wordpress.com

Vorsitzende: Emily Born

Gründungsjahr: 2005

Mitgliederzahl: 130




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