Internationale Opernwerkstatt in Waiblingen Gesangstalente aus aller Welt kommen

Von Annette Clauß 

Opernfans aufgepasst: Ende September gibt es die Gelegenheit, die Stars von morgen in Waiblingen zu treffen. Denn bei der 1. Internationalen Opernwerkstatt, welche die Sopranistin Melanie Diener und der US-Bariton Thomas Hampson leiten, kann man 13 Nachwuchstalente live erleben. Wir stellen zwei davon vor.

Die Sopranistin Lauren Urquhart und der Bariton Andres Cascante reisen demnächst   nach Waiblingen. Für ihn ist es der erste Deutschlandbesuch. Foto: privat
Die Sopranistin Lauren Urquhart und der Bariton Andres Cascante reisen demnächst nach Waiblingen. Für ihn ist es der erste Deutschlandbesuch. Foto: privat

Waiblingen - Dreizehn haben es in die Endrunde geschafft – Lauren Urquhart und Andres Cascante gehören dazu. Die 1997 in North Carolina geborene Sopranistin und der aus Costa Rica stammende Bariton dürfen bei der 1. Internationalen Opernwerkstatt in Waiblingen, die im Zuge der Remstal-Gartenschau stattfindet, mit dabei sein. Das heißt, sie und elf weitere talentierte junge Sängerinnen und Sänger aus aller Welt haben zwischen dem 23. und 28. September die Möglichkeit, mit zwei Opernstars zusammenzuarbeiten – mit der in Waiblingen lebenden Sopranistin Melanie Diener und dem US-amerikanischen Bariton Thomas Hampson.

Für Andres Cascante ist es eine Premiere: der in New York lebende Costa Ricaner war noch nie hierzulande, hat aber dennoch einen Bezug zu Deutschland, denn sein erster Gesangslehrer im Heimatland hatte in Frankfurt studiert. „Und eine meiner derzeitigen Gesangslehrerinnen, Nadine Secunde, hat viele Jahre in Deutschland gelebt und gesungen“, berichtet Andres Cascante, der sehr früh mit dem Singen begonnen hat. Sein großes Vorbild: der Großvater, ein Opernfan, der Singen als Hobby betrieb – und zwar wie sein Enkel Andres in der Stimmlage Bariton. „Er hat mir vieles vorgespielt, und so war es ganz natürlich für mich, das, was ich hörte, zu imitieren. So hat eigentlich alles angefangen.“

Mit Don Giovanni fing alles an

Gesangsstunden hat Andres Cascante aber erst viel später genommen: „Als ich in der Highschool war, hat mich jemand einige Takte aus ,Deh vieni alla finestra’ aus Don Giovanni singen hören und mir empfohlen, Unterricht zu nehmen.“ Das hat der Wagner- und Verdi-Fan auch getan, später in Costa Rica Psychologie und Musik studiert und irgendwann festgestellt: „Das Einzige, was mich glücklich macht, ist Singen und Musizieren.“

Weil er zudem ein abenteuerlustiger Mensch sei, der gerne die Welt sehen wolle und Costa Rica nicht sehr viele Möglichkeiten für Sänger biete, habe er sich entschieden, in die Vereinigten Staaten zu ziehen. „Ich bin ohne Geld und mit einem One-Way-Ticket losgezogen. Das ist jetzt sechs Jahre her.“ Inzwischen lebt Andres Cascante in New York und hat neben dem Singen das Fotografieren als weitere Leidenschaft entdeckt. Auf Waiblingen freut er sich, ist gespannt auf die Tipps von Melanie Diener und Thomas Hampson und die Zusammenarbeit und Auftritte mit anderen Sängerinnen und Sängern.

Erster Profijob war in Nürnberg

So viel wie möglich aus den Coachings mitnehmen und gemeinsam mit anderen wunderschöne Musik machen – das ist Lauren Urquharts Plan für die Zeit in Waiblingen. Deutschland kennt die junge Frau aus North Carolina gut – trotz ihrer gerade mal 22 Jahre. „Mein erster professioneller Job in Europa war am Staatstheater Nürnberg. Ich hatte dort einen Gastvertrag und spielte die Rolle von Shelley im Stück ,Anna Nicole’.“ Auch am Theater Magdeburg hat Lauren Urquhart gesungen, zuletzt hat sie in Österreich gearbeitet und ist von Herbst an festes Ensemblemitglied der Wiener Volksoper.

Im Alter von 16 Jahren hat Lauren Urquhart beschlossen, eine Laufbahn als Sängerin einzuschlagen. Gesungen hat sie allerdings viel früher: „Ich singe mein ganzes Leben. Als kleines Kind habe ich mit meinem Vater Popsongs gesungen, mit elf Jahren habe ich angefangen, in Chören zu singen und als Teenager war ich in einer Band. Als Solistin habe ich klassische Musik erst ab dem Alter von 15 Jahren entdeckt, als ich meine ersten Gesangsstunden hatte.“ Als Lieblingskomponisten nennt Lauren Urquhart Richard Strauss, Debussy und Mozart. „Aber ich habe auch eine Vorliebe für moderne Musik.“

Musik von Verdi und Mozart

Termine:
Am 24., 25. und 26. September gibt es öffentliche Werkstatttage im Bürgerzentrum Waiblingen, an denen jeder Mäuschen spielen darf. Die Uhrzeiten sind von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, für einen halben Tag zahlt man 7 Euro, ein ganzer Tag kostet 10 Euro, drei Tage 24 Euro. Schulklassen dürfen gratis zuhören. An diesen Tagen erarbeiten die Teilnehmer, die aus China, Russland, Südkorea, den USA, Israel und Spanien anreisen, Arien und Duette aus Mozarts „Don Giovanni“ und Verdis „Don Carlo“. Während der Werkstattwoche soll es zudem kurze Auftritte der Teilnehmer in Waiblingen geben.

Konzert:
Die Opernwerkstatt endet mit einem Konzert am Samstag, 28. September, das um 20 Uhr im Bürgerzentrum beginnt. Die Karten kosten zwischen 28 und 48 Euro. Auf der Bühne stehen dann neben Melanie Diener, Thomas Hampson und den Stipendiaten die Stuttgarter Philharmoniker mit ihrem Chefdirigenten Dan Ettinger.