Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Finale Ex-VfB-Spieler „Timo Werner ist kein hoffnungsloser Fall“

Ex-VfB-Spieler Timo Werner (links) und Reece James feiern den Sieg. Foto: AFP/DAVID RAMOS
Ex-VfB-Spieler Timo Werner (links) und Reece James feiern den Sieg. Foto: AFP/DAVID RAMOS

Der FC Chelsea krönt sich zum Champions-League-Sieger. Thomas Tuchel erweist sich erneut als Spielverderber für Pep Guardiola. Das sieht auch die internationale Presse so. Und auch Ex-VfB-Spieler Timo Werner wird in manchem Bericht erwähnt.

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Porto - Thomas Tuchels Fußball ist „genial“, seine Konter „verheerend“, Kai Havertz begeistert mit „makelloser“ Technik, Antonio Rüdiger ist „steinhart“ - und Timo Werner immerhin „kein hoffnungsloser Fall“. Die englische Presse feiert nach dem Champions-League-Triumph des FC Chelsea auch die deutschen Architekten des Sieges. Manchester Citys Teammanager Pep Guardiola habe am Samstag dagegen „eine Stinkbombe“ zusammengebraut.

Das restliche Europa huldigt vor allem Tuchel - einen bissigen Kommentar gibt es aus Frankreich, wo der 47-Jährige erst im Dezember bei Paris St. Germain entlassen worden war. - Die internationalen Pressestimmen:

ENGLAND

The Times: „Tuchel überlistet Guardiola. Die Stars aufseiten Chelseas waren zum Teil vorhersehbar. Da war Tuchel, der Guardiola zum dritten Mal in sechs Wochen austrickst. Mit seinem Fußball, der geprägt ist von genialem Positionsspiel und verheerenden Kontern. Da war die Defensive um Antonio Rüdiger, die den Gegner unnachgiebig abwehrte. Der überraschende Held war allerdings Kai Havertz, der bislang eine lückenhafte erste Saison bei Chelsea spielte. Er wählte die ideale Bühne, um zu zeigen, warum die Blues so viel Geld für ihn ausgegeben haben. Er erzielte das einzige Tor und spielte den ganzen Abend mit Mut und Klasse.“

The Guardian: „Als Thomas Tuchel Chelsea im Januar wiederbeleben sollte, war der Gedanke an den Gewinn der Champions League lächerlich. Doch in einer glorreichen Nacht setzte Tuchel die letzten Pinselstriche seines Renaissance-Meisterwerks. Chelsea verteidigte wie ein Dämon, aber es war ein ausgewogener Triumph. Gebaut auf einer strukturierten Offensiv-Idee, erleuchtet von Havertz’ makelloser Technik. Er war Chelseas Held, sprudelte am Ball nur so vor Klasse, war von Kopf bis Fuß die hochwertige Verstärkung, als die er im vergangenen Sommer kam. Antonio Rüdiger ragte in einer Defensive heraus, die den frühen Ausfall von Thiago Silva verkraftete.“

Daily Mail: „Timo Werner ist kein hoffnungsloser Fall. Die Stürmer, die sich bei Anlässen wie diesem Spiel nicht zeigen, muss man aufgeben. Aber Werner hat sich gezeigt und bei jeder Gelegenheit den Ball gefordert. Es bleibt abzuwarten, was Tuchel noch aus ihm herausholen kann. Pep versaut es schon wieder! Er hat seinem Mittelfeld den Muskel herausgerissen, sein Spielplan machte überhaupt keinen Sinn.“

Sun: „Thomas Tuchel schickt eine ausbalancierte Mannschaft aufs Feld und gewinnt verdient die Champions League. Pep Guardiola dagegen übertrat die Schwelle zwischen Genie und Wahnsinn und entschied, dass ein Champions-League-Finale der richtige Moment für eines seiner Verrückter-Professor-Experimente ist. Am Ende braute er eine Stinkbombe zusammen, City wurde ohne defensives Mittelfeld und ohne Stürmer ausgespielt. Heldenhafter Havertz, steinharter Rüdiger.“

FRANKREICH

L’Equipe: „Dieses Kapitel fehlte noch in der großen Geschichte von Paris St. Germain: Dieser kleine Zaubertrick eines scherzhaften Schicksals, bei dem der Trainer zu Weihnachten gehen muss, um im Mai den Thron Europas zu besteigen. Und zweifellos kann nur der Pariser Klub so etwas hinbekommen. Im Dezember rief Leonardo Tuchel für ein kurzes persönliches Gespräch herbei und verkündete seine Entlassung, im Mai sah er nun im Fernsehen, wie dieser Trainer lächelnd den Champions-League-Pokal stemmt.“

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: „Chelsea im Himmel! Tuchel siegt über alles. Seine Mannschaft dominiert von der ersten bis zur letzten Minute und vernichtet Manchester City. Das dritte Jahr infolge kommt der beste Coach aus Deutschland. Tuchel, der im Januar übereilig von PSG entlassen worden war, ist der Stratege eines Finales, das er nach seinem Willen gedreht hat.“

Corriere dello Sport: „Noch nie war der Erfolg so sehr einem Trainer zu verdanken, wie in dieser Saison. Der zweite Champions-League-Sieg Chelseas steht ganz im Zeichen Tuchels. Er hat Chelsea wiederbelebt und Spieler wie Rüdiger eingesetzt, die sein Vorgänger vernachlässigt hatte. Nach dem K.o. mit PSG im vergangenen Jahr feiert Tuchel eine unglaubliche Revanche.“

Tuttosport: „Tuchel erteilt Guardiola eine Fußball-Lehrstunde. Chelsea siegt dank einer Perle von Havertz in der ersten Halbzeit. Chelsea hat eine Mauer errichtet, die nicht unter den schweren Hieben der Gegner gefallen ist. Tuchel hat die Krone des Königs Europas voll verdient.“

La Repubblica: „An der Spitze Europas stehen junge Spieler, die Fußball im Blut und im Kopf haben: Chelsea siegt dank dem freien Geist von Kai Havertz, der für über 100 Millionen Euro aus Leverkusen geholt wurde. Tuchel hat Barrieren errichtet, Mut und Herz verlangt und mit eiskalter Strategie über Guardiola gesiegt. Tuchel zerbröselt die Architektur von Guardiolas konstruiertem Fußball.“

Corriere della Sera: „Tuchel hat Chelsea wiederbelebt, eine Mannschaft, die jetzt Seele, Taktik und eine Stahl-Abwehr hat. Nach elf Jahren Diktatur Guardiolas ist Tuchel der neue Meister des internationalen Fußballs. Nicht umsonst kommt er aus Ulm, der selben Stadt, in der Albert Einstein geboren wurde.“

SPANIEN

Marca: „Der Himmel ist blue! Havertz beschert Chelsea den Champions-League-Pokal nach einem brillanten Spielzug. Tuchel rächt sich für das verlorene Finale 2020 mit PSG, sein Plan war filmreif. Chelsea war ein Labyrinth, das nicht zu entschlüsseln war. Guardiola weiß nicht mehr, was er tun soll, um Tuchel zu schlagen.“

AS: „Tuchels Superchelsea, vom Henker zum Meister. Chelsea hatte schon Atletico und Real Madrid ausgeschaltet. Tuchel verwandelt eine unter Lampard deprimierte Mannschaft in wenigen Monaten auf brillante Weise in die Beste des Kontinents. Der Deutsche triumphiert über Pep Guardiola, und das ohne Zweifel. Tuchel stellte Werner und Havertz gemeinsam auf, bei Balleroberung waren es überfallartige Sturmläufe. Havertz macht genau das, wofür sie 80 Millionen Euro bezahlt haben.“

Sport: „Die Champions League verweigert sich Guardiola. Manchester City war nicht in der Lage, das von Tuchel gut eingestellte eisenharte Abwehrsystem zu durchbrechen. Der deutsche Trainer hat in vier Monaten einen soliden Felsen konstruiert, sein Tempofußball ist tödlich. Tuchel gewinnt die Schachpartie der beiden Toptrainer. Die Ungenauigkeit Timo Werners in der ersten Halbzeit hielt City am Leben.“

El Mundo Deportivo: „Tuchel - von der Entlassung aus dem Kabarett um Neymar und Mbappe auf den europäischen Thron. Er stellte seine Mannschaft im Finale besser ein als Guardiola, der keine Mittel fand. Tuchel ist der neue Herrscher Europas. Werner ist ein Spieler mit Füßen aus Schlamm. Er zeigte wieder Defizite beim Torabschluss.“

El Pais: Chelsea frisst City! Thomas Tuchels Mannschaft beherrscht Guardiolas City mit einem mutigen und brillanten Spiel.“

SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: „Thomas Tuchel ist mit dem Champions-League-Triumph seines FC Chelsea im Trainer-Olymp angekommen. Der Deutsche gilt als vulkanischer Kontrollfreak und besitzt die Fähigkeit, in kürzester Zeit das Gesicht einer Mannschaft zu prägen. Seine Krönung ist kein Zufallsprodukt.“




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