Nicht nur die deutschen Feriengebiete profitieren stark von älteren Urlaubern. Viele Reiseerfahrene zieht es im Alter auch in exotische Länder. Darauf reagieren die Veranstalter, die sich bis Sonntag auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vorstellen.

Korrespondenten: Thomas Wüpper (wüp)

Berlin - Hans-Peter Gaul zieht es oft hinaus in die Welt – am besten weit, weit weg. Einen seiner großen Lebensträume hat sich der Berliner Senior voriges Jahr mit seinem Bruder erfüllt. Eine gemeinsame Kreuzfahrt rund um den Erdball, auf allen Weltmeeren, mit fernen Zielen wie den Osterinseln. „Ein unvergessliches Erlebnis, absolut zu empfehlen“, schwärmt der Inhaber eines Redaktionsbüros, der keinen Ruhestand kennt und privat wie beruflich schon mehr als 50 Kreuzfahrten unternahm.

Die Reiselust vieler Senioren beschert der Tourismusbranche gute Geschäfte. „Die Generationen 50 plus und 65 plus sind wichtige Zielgruppen für Reiseveranstalter“, sagt Stefan Baumert, Leiter Produkt und Trading bei Tui Deutschland. Beim Marktführer ist in der Wintersaison mittlerweile die Hälfte der Urlauber älter als 50 Jahre. Nur im Sommer, wenn in den Schulferien die Familien vereisen, ist der Altersdurchschnitt niedriger.

Schöne Reisen stehen bei Pensionären weit oben auf der Wunschliste

Die Reisebranche nimmt die älteren Zielgruppen immer stärker in den Fokus. „Wir gehen davon aus, dass aufgrund der demografischen Entwicklung der Anteil älterer Urlauber in den nächsten Jahren noch zunimmt“, sagt Baumert. Die Deutschen werden im Schnitt nicht nur älter, viele sind im Alter noch so rüstig und vermögend, dass sie sich oft lange gehegte Wünsche endlich erfüllen können. Schöne Reisen stehen bei Pensionären weit oben auf der Wunschliste.

Die deutschen Feriengebiete, seit Jahren vielerorts im erfreulichen Aufschwung, profitieren traditionell stark von älteren Urlaubern. Hotels und Ferienwohnungen in Oberbayern, im Schwarzwald oder an der Nord- und Ostseeküste haben Stammgäste, die teils seit Jahrzehnten gerne wiederkommen. Gerade ältere Menschen schätzen das gewohnte Umfeld, es gibt keine Sprachprobleme und keine kulturellen Differenzen. Insgesamt blieb Deutschland im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 30 Prozent das beliebteste Reiseziel der Bundesbürger für Urlaube mit einer Länge von mindestens fünf Tagen.

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