Zum internationalen Museumstag am Sonntag locken die meisten Häuser mit kostenlosem Eintritt, attraktiven Programmen und Angeboten zum Mitmachen.

Wie wird das Wetter am Sonntag? Den Museumsleuten in Stuttgart wären ein paar Wolken am Himmel und moderate Temperaturen nicht unrecht. Verzeihlich, denn nach zweijähriger, pandemiebedingter Unterbrechung findet endlich wieder der Internationale Museumstag statt – mit freiem Eintritt und attraktiven Anreizen. Es scheint fast, als müssten sich die Museen in Erinnerung bringen. „Es gibt sie noch“, hilft Paula Lutum-Lenger dem Gedächtnis aus gutem Grund auf die Sprünge. „Wir stellen fest, dass sich viele Menschen offenbar schwertun, ihre frühere Teilnahme am kulturellen Leben wieder aufzunehmen“, sagt die Direktorin vom Haus der Geschichte. „Dagegen müssen wir aktiv werden, die Menschen ansprechen und ihnen Besonderes bieten.“ Genau das dürfen die Besucher im Haus der Geschichte am Sonntag erwarten: Da wird der Museumsshop zum Flohmarkt mit Schnäppchenpreisen für Bücher, Comics, CD‘s oder Poster. Um 11 Uhr beginnt die (kostenlose) Führung „Sammelfieber“ mit spannenden Geschichten zu den Ausstellungsstücken. Zur aktuellen Ausstellung „Hass. Was uns bewegt“ folgt um 14.30 Uhr eine Führung.

„Wunderbare Gelegenheit nach langer Durststrecke“

Zum Haus der Geschichte gehört auch der Lern- und Gedenkort Hotel Silber. Speziell für diesen Tag und diesen Ort, Schauplatz von NS-Terror und Verfolgung, wurden Klänge komponiert, deren Wirkung beim Zusammenspiel von Musik und Ausstellung Thema einer Führung um 16 Uhr ist.

„Nach der langen Durststrecke der Corona-Zeit ist der Internationale Museumstag 2022 eine wunderbare Gelegenheit, mit Angeboten für Jung und Alt zu zeigen, dass es im Landesmuseum Württemberg eine Menge zu entdecken gibt“, freut sich Direktorin Astrid Pellengahr. Zu entdecken gibt es beispielsweise die architektonischen Feinheiten der ehemaligen Residenz der Herzöge von Württemberg auf der „Architek-Tour“ (11 und 15 Uhr).

„Wir feiern ein Museumsfest mit Open House“, verspricht Katharina Wagner in der Staatsgalerie. Unter dem Titel „Moved by Schlemmer“, bewegt von Oskar Schlemmer, dessen Triadisches Ballett vor 100 Jahren zum ersten Mal in Stuttgart tanzte, werden die Besucher in Schwung gebracht.

Zum Nulltarif stehen auch das Kunstmuseum, das Daimler- und das Porsche-Museum offen, während das Stadtpalais für seine Sonderausstellungen wie „Stuttgart Twenties“ oder die Fotos von Ludwig Windstosser Eintritt verlangt, dafür aber zu einem Workshop über Familienporträts und einen Kunstspaziergang einlädt. Auch im Museum für Naturkunde am Löwentor und im Schloss Rosenstein sind nur die Führungen frei.