Internationales Großmanöver Tonnen von US-Militärausrüstung rollen bald durch den Südwesten

Von jdö 

Deutschland ist in den kommenden Wochen das logistische Drehkreuz einer internationalen Militärübung, für die 20.000 US-Soldaten mitsamt Ausrüstung und Fahrzeugen nach Europa verlegt werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch Baden-Württemberg.

US-Militärfahrzeuge. Foto: picture alliance / Friso Gentsch/Friso Gentsch
US-Militärfahrzeuge. Foto: picture alliance / Friso Gentsch/Friso Gentsch

Berlin - Deutschland ist in den kommenden Wochen das logistische Drehkreuz einer internationalen Militärübung, für die 20 000 US-Soldaten mitsamt Ausrüstung und Fahrzeugen nach Europa verlegt werden. In den Planungen für das Großmanöver „Defender Europe 2020“ spielt Baden-Württemberg eine wichtige Rolle. Ab übernächster Woche werden erste Container mit Material aus den Coleman-Barracks in Mannheim mit der Bahn sowie mit Sattelschleppern weitertransportiert. Ende Februar nimmt das Transportaufkommen auf den Straßen und Schienen noch einmal deutlich zu, wenn Frachtschiffe aus den USA in Bremerhaven sowie in Belgien und den Niederlanden eintreffen und das Material von dort an die Einsatzorte vor allem in Osteuropa gebracht wird, wie der Inspekteur der Streitkräftebasis der Bundeswehr, Martin Schelleis, in Berlin ankündigte.

Transporte sollen vor allem in der Nacht stattfinden

Mannheim ist einerseits das Ende einer in Bremerhaven beginnenden Nord-Süd-Transportroute und liegt andererseits auf einer West-Ost-Achse, die von Düsseldorf über die baden-württembergische Stadt bis nach Görlitz in Sachsen führt. Das US-Militär verschifft knapp 9000 Fahrzeuge und mehr als 1000 Kettenfahrzeuge nach Europa. Um die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung zu minimieren, werde der Transport innerhalb Deutschlands vor allem zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr stattfinden, sagte der stellvertretende Kommandeur der US Army Europe, Andrew Rohling. Auch auf Wochenenden und Feiertage werde Rücksicht genommen, so soll es keine Konvois an Ostern geben. Wenn alles wie geplant verlaufe, werde es kaum Auswirkungen auf den Verkehr geben, meinte Schelleis. Staus und andere Behinderungen seien aber nicht vollkommen auszuschließen.

An dem Manöver nehmen 37 000 Soldaten aus 18 Nationen teil, darunter bis zu 4000 Bundeswehrsoldaten. Die Übungen finden vor allem im Mai in Polen und den baltischen Staaten statt, in Deutschland wird es Trainingseinheiten im bayerischen Grafenwöhr und im niedersächsischen Bergen geben. Für „Defender Europe 2020“ werden so viele US-Soldaten nach Europa verlegt wie seit 25 Jahren nicht mehr. Ziel sei es, für den Fall einer Krise in Europa die Verlegung großer Truppenzahlen und der erforderlichen Ausrüstung aus den USA nach Europa zu üben, sagte Rohling.




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