Internationales Trickfilmfestival Stuttgart Von der Knetkugel zum Trickfilm

Von Melanie Maier 

Und Action! In einem Zelt der Stuttgarter Kinderzeitung können Kinder während des Internationalen Trickfilmfestivals ihren eigenen Stop-Motion-Film drehen. In der Hauptrolle des Trickfilms: Kinder-Chefreporter Paul als Knetfigur.

Das Werk der achtjährigen Zwillinge Dalia und Maya:   Knetpinguine als Vorlagen für einen eigenen Film Foto: Melanie Maier
Das Werk der achtjährigen Zwillinge Dalia und Maya: Knetpinguine als Vorlagen für einen eigenen Film Foto: Melanie Maier

Stuttgart - Und Action! In einem Zelt der Stuttgarter Kinderzeitung können Kinder während des Internationalen Trickfilmfestivals ihren eigenen Stop-Motion-Film drehen. In der Hauptrolle des Trickfilms: Kinder-Chefreporter Paul als Knetfigur.

Konzentriert formt Dalia Stiller die kleine schwarze Knetkugel zu einem Kegel. Vorsichtig drückt sie ihn auf einen dünnen Draht – und lacht: „Mein Paul hat einen sehr langen Schnabel.“ Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Maya sitzt die Achtjährige im Zelt der Stuttgarter Kindernachrichten/Stuttgarter Kinderzeitung am Schlossplatz.

Zunächst wird ein Drahtskelett gebastelt

Eine Viertelstunde vorher ist von Schnäbeln allerdings noch nichts zu sehen. Drei dünne Drähte und neun Knetkugeln liegen vor Dalia und Maya auf dem Tisch: sechs schwarze, eine rote, eine weiße und eine gelbe Kugel. Dazu eine bunte Bauanleitung – so soll der fertige Pinguin einmal aussehen. Paul kennen die Drittklässlerinnen bereits aus der Zeitung. „Die neue Kinderzeitung haben wir auch schon gelesen“, sagt Maya und schaut zu Kinderzeitung-Grafiker Alexander Schulz, der ihr gegenübersteht.

Unter seiner Anleitung basteln die Zwillinge zunächst eine Art Drahtskelett für die Stop-Motion-Puppen. „Die Drähte braucht Paul, damit er richtig stehen kann und seine Füße nicht gleich wieder abfallen“, erklärt Alexander. Das Verknoten der Drähte ist ein bisschen knifflig, doch schon nach kurzer Zeit können Dalia und Maya mit dem Kneten anfangen. Eine Kugel nach der anderen rollen sie auf dem Tisch aus, kürzen sie, biegen sie zurecht, bringen sie am Draht an. Langsam, aber sicher entstehen zwei kleine Knet-Pinguine. Die blonden Mädchen kneten schweigend. In lila Anoraks und mit Bommelmütze auf dem Kopf sitzen sie konzentriert auf ihren Stühlen.

Zum Abschluss hebt Alessandro die schwarze Knet-Flosse

Auf der anderen Seite des Zeltes betreten Sonja Seiler und ihr achtjähriger Sohn Alessandro die Trickfilm-Fabrik. Von Lukas Blunck lernen sie, wie ein Stop-Motion-Film entsteht. Der Mediengestalter steht vor einer Bürokulisse im Schuhschachtelformat. Zwischen Papierkorb, Aktenordnern und Kopierer sitzt ein kleiner Knet-Paul am Miniaturcomputer. „Jetzt bist du der Regisseur“, sagt Lukas und bedeutet Alessandro, die Figur millimeterweise zu verschieben.

Dieser lässt Paul erst am Computer tippen und dann telefonieren. Zum Abschluss hebt Alessandro die schwarze Knet-Flosse, winkt in die Kamera. Mit dem Tablet nimmt Lukas jede Bewegung als Einzelfoto auf. Abgespielt werden später, je nach gewünschter Geschwindigkeit, zwischen sieben und zwölf Bilder pro Sekunde – für seinen 13 Sekunden langen Film braucht Alessandro deshalb auch eine ganze Weile.

„Bist du bereit, dein Meisterwerk anzuschauen?“, fragt Lukas ihn nach einer Viertelstunde. Alessandro nickt – und ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Gut“, befindet der Achtjährige. Inzwischen sind auch Dalia und Maya mit dem Basteln fertig. Ihre Pinguine dürfen Paul in seinem Büro besuchen. Maya bewegt die Figuren, während Dalia am Tablet steht – für ihren Trickfilm brauchen die Nachwuchsregisseurinnen keine Hilfe. Den fertigen Film wollen die Zwillinge am Folgetag nochmals im Internet anschauen. Und sich darüber freuen, was sie geschafft haben. Die Trickfilm-Fabrik ist bis Sonntag, 1. Mai, von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Knet- und Drehrunden beginnen jeweils zur vollen Stunde. Für Kinder ab acht Jahren.




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