ExklusivInterview mit Amanda Seyfried „Bei meinem Hund finde ich bedingungslose Liebe“

Und das Lampenfieber ist jetzt weg?
Ich bin jetzt zumindest einen großen Schritt weiter, denn ich kann damit umgehen. Ich war wochenlang mit etwas beschäftigt, das mir unendlich Angst macht. Das durchzustehen und Erfolg damit zu haben, das war ein Gefühl, das ich so noch nie erlebt habe. Das war unvergleichbar gut.
Wie lässt sich dieses Gefühl beschreiben?
Abgesehen von der Erleichterung, liebe und respektiere ich mich jetzt mehr. Und ich kenne mich besser. Ich habe es überlebt und es war nicht so schlimm. Das sage ich jetzt. Am Sonnabend muss ich wieder auf der Bühne stehen und werde wieder Angst haben. Aber auch das werde ich schaffen. Es wird mir sogar Spaß machen, wenn ich erst einmal auf der Bühne bin.
Sie kennen doch das Gefühl, sich anderen Menschen vor der Kamera zu öffnen. Was macht Ihnen denn so viel Angst?
Ich stelle mich ständig bloß und liefere mich aus. Ja, dieses Gefühl kenne ich. Aber auf der Bühne ist es etwas anderes. Dort liefere ich mich aus und es besteht die Gefahr, dass ich vollkommen versage. Ich könnte ohnmächtig werden, ich könnte einen Nervenzusammenbruch erleiden und weinend von der Bühne laufen. Das ist alles möglich. Aber warum male ich mir all diese Katastrophen aus und bringe mich um die Möglichkeit, eine wirklich tolle Erfahrung zu machen? Das gilt es herauszufinden.
Sie sind die Hauptdarstellerin in einem Zwei-Personen-Stück, in dem Sie auch nackt zu sehen sind. Hätten Sie sich für den Anfang nicht eine kleinere Aufgabe stellen können?
Sie haben recht! Ich weiß auch nicht, was da in mich gefahren ist! Ich habe mich das auch immer wieder gefragt: Was hast du dir bloß dabei gedacht? Die Nacktszene ist mir ehrlich gesagt völlig egal. Es ist sogar eine Oral-Sex-Szene. Aber damit habe ich kein Problem. Es war einfach nur die Tatsache, auf einer Bühne vor Hunderten von Zuschauern zu stehen und das ganze Stück lang immerzu präsent sein zu müssen.
Das Lampenfieber haben Sie halbwegs in Griff. Woran werden Sie jetzt arbeiten?
Es klingt jetzt etwas banal, aber ich will in meiner Freizeit nicht so faul sein. Ich muss unbedingt mehr lesen. Und ich will lernen, mein neues Pferd zu reiten. Ich glaube ja allerdings nur, dass es mein Pferd ist. In Wirklichkeit kann eine Kreatur ja niemandem gehören. Das Pferd heißt Hermann und hatte Probleme mit den Hufen. Die sind jetzt geheilt und ich würde ihn jetzt gerne reiten. Aber auch das macht mir eben etwas Angst. Ich reite vor der Kamera, seit ich achtzehn Jahre alt bin. Aber das hier ist etwas anderes. Ich liebe ihn jetzt schon so sehr. Und ich möchte eine echte Verbindung zu diesem Tier aufbauen.
Sie haben einmal erzählt, Ihr Hund Finn sei Ihnen wichtiger als Ihr damaliger Partner.
Das ist ja auch so.
Was gibt Finn Ihnen, was Ihnen niemand anders auf diesem Planeten geben kann?
Wahre und bedingungslose Liebe. Ich klingt jetzt vielleicht etwas verrückt, aber ich glaube, es existiert eine Seelen-Verbindung zwischen uns. Hunde haben eine besondere Gabe. Und ich benutze ihn egoistischerweise, um diese Liebe, Güte und Wärme zu spüren.




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