Interview mit Babett Peter Die deutsche Elf hat bisher zweimal gewonnen, aber fußballerisch nicht begeistert. Was wird gegen Frankreich der Schlüssel zum Erfolg sein?

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Wir müssen wie in den beiden ersten WM-Spielen hinten gut stehen - und müssen außerdem die Französinnen laufen lassen. Dazu benötigen wir eine größere Ballsicherheit, müssen besser kombinieren. Dann werden wir unsere Chancen bekommen. Dass wir bisher mit unserem Spiel nicht zufrieden sind, ist ja jedem klar. Vielleicht ist es aber ein Vorteil, dass wir gegen Frankreich nicht den ganz großen Druck haben, weil wir bereits für das Viertelfinale qualifiziert sind.

Ist der Rummel um das Team zu groß oder wirkt die enorme Zuschauerkulisse, die Sie nicht gewohnt sind, gar leistungshemmend?

Die Zuschauer im Stadion sind es bestimmt nicht, denn ich finde es als Leistungssportlerin einmalig, dass ich bei einer Heim-WM vor mehreren Zehntausend Fans spielen darf. Der Bundesliga-Alltag sieht bei uns Frauen ja etwas anders aus. Wir Spielerinnen haben uns bisher vielleicht selbst zu viel Druck gemacht. Jede will es besonders gut machen, will den besonderen Pass spielen. Davon sollten wir erst mal wegkommen.

Wie bewerten Sie Ihre bisherige Leistung?

Ich bin ein selbstkritischer Mensch und daher ganz selten mit meinem Spiel komplett zufrieden. Daher sehe ich auch bei mir noch Verbesserungspotenzial. Die Bundestrainerin Silvia Neid erwartet von uns Außenverteidigerinnen, dass wir uns ins Offensivspiel einschalten. Im Eröffnungsspiel gegen Kanada hat das bei mir vor dem 1:0 ganz gut geklappt. Aber ein Fußballspiel besteht ja nicht nur aus einer Flanke.

Dennoch kann man festhalten, dass es in der deutschen Elf eher in der Offensive krankt als in der Verteidigung, oder?

Die Statistiken zeigen, dass wir uns in puncto Zweikampfstärke im gesamten Team steigern müssen. Wir hatten auch hinten den ein oder anderen individuellen Patzer drin. Das wollen wir abstellen. Mit unserem Aufbauspiel sind wir auch noch nicht wirklich zufrieden. Zum Glück haben wir mit Nadine Angerer im Tor eine Persönlichkeit stehen, die auch mal einen unhaltbaren Ball abwehren kann.