Interview mit Babett Peter Bedeutet die WM für eine Spielerin nur Druck, oder macht sie auch Freude?

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Wir sind mit unseren Resultaten, aber nicht mit den Leistungen zufrieden. Trotzdem haben wir weiterhin sehr viel Spaß im Training. Die Stimmung ist hervorragend. Die Bundestrainerin hat da viel Druck von der Mannschaft genommen. Bei uns wird sehr viel gelacht.

Bei der Spielführerin scheint das aber nicht der Fall zu sein. Birgit Prinz hat nach ihrer Auswechslung gegen Nigeria verärgert die Kapitänsbinde weggeworfen - und scheint auch jetzt noch extrem unzufrieden.

Ich kann nur die Rolle von Birgit in der Mannschaft beschreiben. Und da ist es so, dass sie unglaublich wichtig für uns ist, und zwar als Persönlichkeit und als erfahrene Spielerin. Sie ist nach wie vor jemand, der eine Partie alleine entscheiden kann. Die Birgit wird extrem beobachtet und auch kritisiert. Daher ist es doch nur menschlich, dass sie eine Gefühlsregung zeigt. Wir müssen ihr als Mannschaft jetzt beistehen und sie wieder aufbauen.

Wird sie gegen Frankreich auflaufen?

Das weiß ich nicht.

Sie studieren derzeit Sportmanagement. Welchen Beruf wollen Sie später mal ausüben. Werden Sie gar Bundesligatrainerin oder Managerin?

Ich habe mein Leben bisher dem Sport gewidmet - und das soll auch nach meiner aktiven Karriere so sein. So richtig weiß ich aber noch nicht, wo meine berufliche Reise hingeht. Ich möchte erst mal die Zeit als Spielerin nutzen, um mich weiterzubilden. Vielleicht werde ich noch ein anderes Studium hinten dranhängen.

Die Vorbereitung läuft seit Anfang April und die WM selbst dauert im Erfolgsfall drei Wochen. Wie nutzen Sie Ihre Freizeit, damit Sie keinen Lagerkoller bekommen?

Ich bin eher der ruhigere Typ. Wenn wir frei haben, gehe ich am Morgen gerne ein bisschen auf das Laufband - und denke dabei über dies und das nach. Und dann habe ich ja noch mein Studium an der Fernuniversität. Ein bisschen was muss ich auch während der WM dafür machen. Es gibt Termine für Hausarbeiten, die ich einhalten muss. Aber das stört nicht. Es ist doch besser, sich an freien Vormittagen mit etwas Niveauvollem zu beschäftigen als nur vor dem Fernseher zu sitzen. Derzeit lese ich englische Texte aus dem Bereich Sportpsychologie. Die sind recht anspruchsvoll.