Interview mit Babett Peter "Es wird zur Sache gehen"

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Linksverteidigerin Babett Peter (23) spricht vor der Partie gegen Frankreich über die hohen Erwartungen und Philipp Lahm.

Babett Peter hat auch während der WM mehr im Kopf als nur Fußball. Sie beschäftigt sich mit Sportpsychologie. Foto: dpa
Babett Peter hat auch während der WM mehr im Kopf als nur Fußball. Sie beschäftigt sich mit Sportpsychologie. Foto: dpa

Stuttgart - Die Linksverteidigerin Babett Peter (23) ist eine feste Größe in der deutschen Nationalelf. Doch auch außerhalb des Rasens ist sie viel beschäftigt. Die Sportmanagementstudentin schreibt während der WM an einer Hausarbeit und sagt: "Wir Spielerinnen haben uns bisher vielleicht selbst zu viel Druck gemacht."

Frau Peter, Sie sind bereits 2007 beim Titelgewinn in China dabei gewesen, haben damals aber kein Spiel gemacht. Nun sind Sie als eine der wenigen gesetzt. Ist die WM 2011 also die erste richtige WM für Sie?

Es ist ein anderes Gefühl, wenn man als Stammspielerin ein fester Bestandteil der Mannschaft ist. Ich war 2007 noch sehr jung und stand zu Recht nicht in der Startformation. Jetzt sehe ich das schon eher als meine WM an - und möchte gerne Weltmeisterin werden.

Der Weg zum möglichen dritten Weltmeistertitel ist für das deutsche Team beschwerlicher als viele vorher gedacht haben. Die Gegnerinnen wollen dem Titelverteidiger den Schneid abkaufen.

Das stimmt. Unser Spiel gegen Nigeria war da etwas Besonderes - und zwar im negativen Sinn. Selbst als Abwehrspielerin ist man so eine Härte nicht gewohnt. Unser nächster Gegner Frankreich stellt auch ein sehr zweikampfstarkes Team. Es wird bestimmt zur Sache gehen. Aber ich glaube nicht mehr in dieser Form. Da vertraue ich einfach darauf, dass die Fifa-Schiedsrichterinnen aus dem Nigeriaspiel gelernt haben und früher eingreifen.

Sie sind mit Turbine Potsdam Meister geworden, sind dort eine Leistungsträgerin. Wie ist Ihre Rolle in der Nationalelf?

Ich habe hier schon positionsbedingt eine andere Funktion. Bei Turbine spielen wir hinten mit einer Dreierkette, in der Nationalmannschaft bin ich dagegen die klassische linke Verteidigerin. Da stets die beiden Innenverteidigerinnen die Höhe vorgeben, ist es klar, dass ich nicht die Position innehabe wie in Potsdam. Im Verein bin ich die Organisatorin, die vorangehen muss. Im Nationalteam dagegen wird das auf viele Schultern verteilt.

Simone Laudehr nennt Bastian Schweinsteiger als ihr Idol. Es heißt, Ihr Vorbild sei Philipp Lahm. Was macht denn einen guten Außenverteidiger aus?

Von einem Idol kann man in meinem Fall nicht sprechen. Aber ich schätze Philipp Lahm als Spieler und vorbildlichen Sportler, denn er leistet gute Abwehrarbeit, spielt zuverlässig und schaltet sich ins Offensivspiel ein. Dann schießt er auch noch schöne Tore wie etwa im Eröffnungsspiel der WM 2006 zum 1:0 gegen Costa Rica. Insgesamt macht diese Mischung einen guten Außenverteidiger aus. Aber Philipp Lahm bewegt auch als Mensch etwas, indem er sich für verschiedene soziale Projekte engagiert. Ich habe ihn leider noch nicht getroffen, würde es aber gerne mal.