InterviewInterview mit Dagur Sigurdsson „Ich kann etwas bewegen“

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Exklusiv Der neue Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat klare Vorstellungen, wie er das deutsche Team wieder in die Weltspitze bringen will. Dazu will er auch die Testspiele am Samstag in Göppingen und Sonntag in Ulm gegen die Schweiz nutzen.

Der Bundestrainer Dagur Sigurdsson will das deutsche Team wieder stark machen. Foto: dpa
Der Bundestrainer Dagur Sigurdsson will das deutsche Team wieder stark machen. Foto: dpa
Stuttgart - Seit dem 12. August ist Dagur Sigurdsson neuer Handball-Bundestrainer. Den ersten Härtetest bestreitet er am Samstag (17 Uhr) in Göppingen und tags darauf in Neu-Ulm gegen die Schweiz.
Herr Sigurdsson, was heißt Handball auf Japanisch?
Handobooru.
Wir vertrauen Ihnen mal, schließlich waren Sie drei Jahre lang dort tätig. Was verschlägt jemand in ein Land, das nicht gerade als Handball-Hochburg gilt?
Die Liga war damals eigentlich ganz stark, weil drei Ausländer pro Mannschaft erlaubt waren. Da waren viele gute internationale Spieler, zum Beispiel die Franzosen Stephane Stoecklin und Frédéric Volle, die beide aus der Bundesliga kamen, aber auch ein paar Russen. In meinem Fall waren zwei Sachen ausschlaggebend: die Neugier, weil ich gerne etwas anderes ausprobiere. Außerdem hatte ich zwei Jahre mit vielen Knieverletzungen hinter mir. Und die Belastungen dort waren natürlich nicht annähernd so hoch wie in der Bundesliga. Das hat mir körperlich gutgetan.
Dort hatten Sie wie jetzt auch eine Doppelrolle als Spieler-Trainer?
Nein – ich war nur Spieler. Was geschrieben wird, ist eben nicht immer richtig.
Aber dass Sie jetzt ein Jahr lang eine Doppelfunktion als Bundestrainer und Coach der Füchse Berlin ausüben, ist verbrieft. Wie schwierig war die Entscheidung?
Eigentlich wollte ich das nicht noch mal machen, nach den Erfahrungen mit Österreich und den Füchsen. Das ist fies, aber man überlebt es. Ich musste es mir nicht lange überlegen, weil ich unbedingt diese Herausforderung wollte. Dann haben wir diese Lösung gefunden, mit der alle glücklich sind: die Füchse, der DHB und ich. Und ich weiß ja, was auf mich zukommt.
Was hat Sie denn am Nationaltrainerjob gereizt im Vergleich zu einem Spitzenverein wie den Füchsen?
In Berlin ist es auch spannend und ein Superumfeld vorhanden. Aber ich habe mich gefragt: Warum gehst du nicht hin und versuchst es?
Mit der Überzeugung, dass es im deutschen Handball besser geht als zuletzt?
Ich glaube an meine Arbeit, und – ohne arrogant zu klingen – bin ich der Meinung, dass ich etwas bewegen kann. Ich weiß schon, was man braucht, um nach oben zu kommen. Da sind auch Rückschläge eingeschlossen.