Interview mit dem neuen Schulleiter des Ebelu „Das Renommee der Schule lässt sich noch steigern“

Von Eva Funke 

Seit Wochenbeginn ist der neue Schulleiter des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums im Amt. Im Interview sagt Mario Zecher was von ihm zu erwarten ist.

Mario Zecher in seinem Büro. Foto: Eva Funke
Mario Zecher in seinem Büro. Foto: Eva Funke

Herr Zecher, wie waren die ersten Schultage?

Ich habe vielen Menschen guten Tag gesagt und unsere Partner von der Musikschule und der Musikhochschule kennengelernt. Das gegenseitige Kennenlernen wird sich auch noch eine Zeit fortsetzen.

Das Ebelu ist ein humanistisches Gymnasium und Musikgymnasium. Was hat Sie dazu bewogen, sich als Leiter zu bewerben?

Zehn Jahre habe ich das sächsischen Landesmusikgymnasium für Musik Carl Maria von Weber in Dresden geleitet. Die Schule hat sich in dieser Zeit von einem eher regional geprägten Gymnasium zu einer Schule von internationalem Format entwickelt. Ich hatte ein fantastisches Team. Aber ich weiß nicht, ob ich nach der langen Zeit noch mit so viel Enthusiasmus wie bisher an die mittlerweile doch immer wieder ähnlichen Situationen hätte herangehen können.

Ihnen wären dort die Füße eingeschlafen?

Das nicht. Aber die Leitung des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums ist für mich tatsächlich eine neue Herausforderung.

Inwiefern?

In den wenigen Tagen am Ebelu habe ich bereits eine große Offenheit erlebt. Es gibt sogar eine Kooperation mit Indien. Allerdings bin ich überzeugt, dass sich das Renommee auf nationaler und auch europäischer Ebene noch steigern lässt.

Und wie?

Zum Beispiel durch den Austausch und die Zusammenarbeit der Musikgymnasiasten und ihrer Ensembles. Im europäischen Verband der Musikgymnasien sind Schulen von Norwegen bis Portugal vernetzt. Als Gründungsmitglied der Young Music Talents of Europe, also der jungen musikalischen Talente in Europa, habe ich gute Kontakte. Das Ebelu lässt sich bestimmt hervorragend in dieses Netz einbinden. Dadurch würden sich mit wenig Aufwand wunderbare Begegnungen von Lehrern und Schülern ergeben.

In welchen Bereichen wollen sie das Profil des Ebelu verändern oder stärken?

Soweit bin ich noch lange nicht. Ich habe bereits in den ersten Tagen viel gelernt und muss noch viel lernen. Ende des Schuljahres werde ich die Schule in groben Zügen kennen. In ein bis zwei Jahren bin ich dann richtig drin in der Materie.

„Ich bin kein Kumpeltyp, Freund möchte ich sein“

Eltern, deren Kinder den humanistischen Zweig des Gymnasiums besuchen, sorgen sich, dass das Musikgymnasium zu dominant wird. Ist die Sorge berechtigt?

Ich verstehe die Bedenken – vor allem, was die Außenwirkung angeht. Immerhin ist das Ebelu das einzige Musikgymnasium im Land. Auch einige Elternvertreter haben diese Sorge thematisiert. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass alle Zweige voneinander profitieren können. Mir persönlich sind sie gleichermaßen wichtig. Das hängt auch mit meinem Werdegang zusammen: Ich liebe die alten Sprachen. habe außer Schulmusik und Klavier auch Latein und Deutsch studiert. Ich freue mich über den humanistischen Zweig.

Unterbringung in einem Interimsbau, Bauverzögerungen, eine Schulküche, die noch nicht genutzt werden kann. Und Unstimmigkeiten, wo die Schüler des Musikgymnasiums proben sollen: Belastet das nicht den Start als Schulleiter?

Die Mensa wird nach den Winterferien in Betrieb gehen. Das ist doch eine gute Nachricht zum Amtsantritt. Und gleich noch eine zweite: Die Baugenehmigung für Sanierung und Neubau ist erteilt. Die Bauarbeiten am Herdweg werden also bald in vollem Umfang losgehen. Nach meinem Gespräch mit dem Leiter des Schulverwaltungsamts bin ich auch guter Dinge, dass das Thema Proberäume gelöst wird. Und die Unterbringung im Interimsbau begreife ich als Chance, meine Ideen und die aus dem Kollegium noch einzubringen, wenn es um Details geht.

Sie werden die Schule nicht nur leiten, sondern auch Unterricht geben. Welcher Lehrertyp sind Sie? Kumpel oder alte Schule?

Auf keinen Fall der Kumpel, aber ein Freund, der zuhören kann, möchte ich sein. Meine Vorstellung von einem guten Lehrer ist, dass er streng sein sollte, wenn es nötig ist, und er klare Ansagen machen und Strukturen schaffen sollte. Ob ich diesem Ideal nahe komme, müssen andere beurteilen.

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