InterviewInterview mit Diana Krall „Im Stehen singen, das geht nicht“

Diana Krall auf ihrer aktuellen Tournee. Am Dienstag tritt sie in Stuttgart auf. Foto: EFE
Diana Krall auf ihrer aktuellen Tournee. Am Dienstag tritt sie in Stuttgart auf. Foto: EFE

Diana Krall hat sich mit ihrem aktuellen Album „Glad Rag Doll“ an die Musik der zwanziger und dreißiger Jahre getraut. Jetzt tritt die kanadische Jazz-Sängerin bei den Jazz-Open in Stuttgart auf. Der StZ-Autor Claus Lochbihler hat sich mit ihr unterhalten.

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Stuttgart - Beim Interview trägt Diana Krall – groß, blond und auf sympathische Weise mehr Woody-Allen-Neurotikerin als Jazz-Diva – Sonnenbrille. Am liebsten würde sie einfach nur die Songs von ihrem neuen Album vorspielen. Aber dann fällt der Name des deutschen Arrangeurs Claus Ogerman, und alles wird gut. Sogar die Sonnenbrille kommt runter.
Frau Krall, T-Bone Burnett, ein Freund und Produzent Ihres Mannes Elvis Costello, hat Ihr aktuelles Album „Glad Rag Doll“ produziert. Haben Sie ein Elvis-Costello-Album aufgenommen?
Nein, das ist schon ein Diana-Krall-Album. Aber es stimmt, dass ich mich damit ein wenig auf sein Territorium gewagt habe. Es ist sicherlich das Album, auf dem ich am meisten von Elvis beeinflusst bin.

Beeinflussen Sie auch seine Musik?
Nicht besonders. Okay, er spielt jetzt mehr Ukulele als früher. Das hat sicherlich mit mir und meiner Musik zu tun. Außerdem ist es praktisch: Ich trage die Ukulele nach Hause und er mich.

Das neue Album klingt nach Slide-Gitarren, nach Honky-Tonk-Piano und Americana-Sound. Davor haben sie ein Bossa-Nova-Album aufgenommen. Tragen die beiden so unterschiedlichen Alben jeweils die Handschrift ihrer Produzenten, Claus Ogerman und T-Bone Burnett?
Sicher! Claus Ogerman ist ein leises Genie. Der einzige Arrangeur, dem ich keine Vorgaben gemacht habe. Ich habe die Songs für „Quiet Nights“ ausgewählt, er hat sie arrangiert, und genau so habe ich sie gesungen.

Und was für ein Typ ist T-Bone Burnett?
Ein Voodoo-Zauberer. Ein ganz leiser. Er hört erst einmal zu und lässt die Leute machen. Und er hat eine ganz eigene Art aufzunehmen und die Mikros zu platzieren. Die Arbeit mit T-Bone war für Jazz-Aufnahmen ungewöhnlich. Wir haben sehr frei und kreativ gearbeitet und uns viel mit Sound beschäftigt. Es hat auch Spaß gemacht, dass bei manchen Songs Elvis mitspielt.

Viele Songs auf dem neuen Album stammen aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Weshalb?




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