Interview mit Hansi Müller Protest gegen Windrad war der Auslöser

Sie haben sich an der Windkraft-Diskussion vor Ort beteiligt. Spielt das bei der Entscheidung auch eine Rolle?
Gut, das war mit der Auslöser. Die Geschichte mit Cacau, Meißner und Winkelhock, als wir uns gesagt haben: Leute, wir haben eine Verantwortung für den Ort, und wir müssen die Leute darauf aufmerksam machen, was auf der Buocher Höhe passieren soll. Alle in der Umgebung müssen sich damit beschäftigen, dass ein Naherholungsgebiet abgeholzt werden soll wegen ein paar Windrädern. Ich bin nicht gegen Windkraft, aber mein Eindruck ist, dass der Waiblinger OB Hesky auf die Subventionstöpfe schielt und als Energieheld dastehen will. Die Einstellung finde ich im Prinzip gut. Aber wir reden hier auch von einer Gefährdung des Menschen, der Tierwelt, des Landschaftsbilds – ganz zu schweigen von der Wirtschaftlichkeit, die zweifelhaft ist. Daher werden wir mit aller Macht die Windräder zu verhindern versuchen. Deshalb bin ich auch in der Bürgerinitiative Naherholungsgebiet Boucher Höhe.
Da spielt aber ihr Bekanntheitsgrad dann doch eine größere Rolle?
Es gab Phasen, da bin ich mehr auf Windräder angesprochen worden, als auf den VfB. Aber es war nicht mein Gedanke, Werbung zu machen für Korb, sondern mich einzusetzen, dass wir es schaffen, dass diese Fernsehtürme nicht kommen. Wenn ich mich da einbringe in den Gemeinderat, dann ist das nicht berechnend, das mache ich von Innen heraus aus Überzeugung und als Herzensangelegenheit.
Die CDU hat auf Bundesebene diesen Energiewechsel mit beschlossen. Handelt man sich da nicht den Vorwurf ein, dass man zwar mit der Partei fährt, aber die Dinge vor der eigenen Haustüre plötzlich anders sieht?
Also, an wirtschaftliche oder finanzielle Dinge, etwa dass mein Haus dadurch weniger wert ist, habe ich bestimmt nicht gedacht. Ich denke daran, dass ich Verantwortung für meinen Sohn habe. Ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren viele alternative Wege der Energiegewinnung noch erforschen werden. Das geht nur nicht von heute auf morgen. Es ist wichtig, dass man Zeit gewinnt. Es ist nicht so, dass ich sage: Jetzt wohne ich da und bitte nicht vor meiner Haustür, sondern ich empfinde Verantwortung für kommende Generationen, denen man ein Stück Natur wegnimmt.
Wie kam es zu Ihrem Umzug nach Korb, war das die Vorstellung von Idylle?
Das hat mehrere Gründe gehabt. Ich kannte Korb von früher von verschiedenen VfB-Spielern. Du bist in zehn oder 15 Minuten beim VfB. Ich muss nicht jeden Tag zum VfB, aber immer wieder. Stadtnah zu sein, aber im Grünen, war ein Kriterium. Und da ich zuvor in Neustadt gewohnt habe, hatte ich schon einen engen Bezug in die Ecke.
Und weshalb sollten die Korber Sie als Wahl-Korber jetzt in den Gemeinderat wählen?
Entscheidend ist für mich, dass ich an dem kleinen Rädle drehe, dort wo man auch was bewegen kann. Meine Erfahrung, die ich auch beim VfB im Aufsichtsrat gemacht habe, ist, dass man mit dem Geld sehr vorsichtig umgeht – und das gilt auch für den Gemeinderat. Man tätigt nur Investitionen, bei denen man sich nicht übernimmt, die aber Sinn machen. In Korb ist da ja eine Multifunktionshalle im Gespräch – da wird sicherlich noch viel diskutiert werden.




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