Exklusiv Litauen wird im Januar 2015 als 19. Land den Euro einführen. Zentralbankchef Vitas Vasiliauskas sieht das Land gut gerüstet für den Beitratt zur Währungsuntion. Tatsächlich kann Litauen gesündere Staatsfinanzen vorweisen als viele andere Euromitglieder.
04.06.2014 - 17:57 Uhr
Litauen wird im Januar 2015 als 19. Land den Euro einführen. Zentralbankchef Vitas Vasiliauskas sieht das Land gut gerüstet für den Beitratt zur Währungsuntion. Tatsächlich kann Litauen gesündere Staatsfinanzen vorweisen als viele andere Euromitglieder.
Herr Vasiliauskas, stören wir Sie beim Feiern?
Für die Zukunft meines Landes sind die Berichte aus Brüssel und Frankfurt tolle Nachrichten. Aber ich feiere erst, wenn die Euro-Einführung am 1. Januar 2015 glatt über die Bühne gegangen ist.
Hegen Sie Zweifel, die anderen Eurostaaten könnten Ihren Beitritt noch ablehnen?
Nein. Ich erwarte einen positiven Beschluss, weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und gut auf den Beitritt zur Eurozone vorbereitet sind.
Gerade in diesen Krisenzeiten verstehen viele Menschen nicht, warum ein Land diesem „Problemverein“ beitreten will.
Ich würde nie von einem „Problemverein“ sprechen. Für uns ist die Mitgliedschaft die logische Konsequenz einer verantwortungsvollen Geldpolitik. 70 Prozent unserer Staatsschulden sind in Euro aufgenommen. Unsere Währung ist seit 2004 an die Gemeinschaftswährung gekoppelt. Faktisch haben wir den Euro also seit zehn Jahren – er heißt bei uns bis jetzt nur anders.
Die Europäische Zentralbank hat den guten Nachrichten zum Trotz mittelfristige Inflationsrisiken ausgemacht. Zu Recht?
Unsere kleine offene Volkswirtschaft ist sehr stark von äußeren Faktoren wie Energie- und Nahrungsmittelpreisen abhängig. Insofern gibt es Risiken. Aber wir prognostizieren die Teuerungsrate für 2016 bei 1,5 Prozent – also noch unter der Zwei-Prozent-Marke. Ich sehe da keine Probleme.
Die Litauer sehen den Euro mehrheitlich kritisch. Wie wollen Sie sie nun überzeugen?
Wir bekommen dieser Tage neue Zahlen – warten wir ab, ob sie nicht besser geworden sind. Aber natürlich wird das zweite Halbjahr mit der vorbereitenden Arbeit und Informationskampagnen entscheidend sein.