Interview mit Markus Babbel „Beim VfB sind die fetten Jahre vorbei“

Am Freitag ruht die Freundschaft zwischen Markus Babbel und dem VfB. Dann will der Hoffenheimer Coach sein Team zum ersten Sieg gegen Stuttgart führen.

Als Hoffenheimer Trainer will Markus Babbel seinen früheren Club ärgern. Foto: dapd
Als Hoffenheimer Trainer will Markus Babbel seinen früheren Club ärgern. Foto: dapd

Hoffenheim - Als Coach der TSG 1899 Hoffenheim trifft Markus Babbel am Freitag (20.30 Uhr) auf jenen Verein, bei dem er seine aktive Laufbahn beendet und seine Trainerkarriere begonnen hat. Sein Verhältnis zum VfB ist noch immer blendend – doch im Derby ruht die Freundschaft: „Einem VfB-Fan würde es sehr wehtun, gegen uns zu verlieren“, sagt der 39-Jährige.

Herr Babbel, eine Quizfrage vorneweg: wie viele Siege hat Hoffenheim in der Bundesligageschichte gegen den VfB gefeiert?
Ich fürchte, es waren nicht sehr viele.

Es waren genau null.
Kein Problem. Jede Statistik ist dazu da, geändert zu werden.

Es gab aber auch erst sieben Bundesligaduelle zwischen beiden Clubs. Ist ein Spiel zwischen der TSG und dem VfB überhaupt ein echtes Derby, das beide Lager elektrisiert?
Aufgrund der Historie hat ein Spiel gegen den KSC für den Stuttgarter Anhang wahrscheinlich eine höhere Bedeutung. Ich bin aber ganz sicher, dass es einem VfB-Fan sehr wehtun würde, gegen uns zu verlieren.

Wie sehen Sie grundsätzlich die Rollenverteilung im Land? Der VfB beansprucht die klare Führungsrolle.
Das verstehe ich. Diesen Anspruch hat sich der VfB über Jahrzehnte hinweg erarbeitet. Und diese Bedeutung, die der Club hat, die müssen wir erst noch erlangen – und zwar über die nächsten zehn, zwanzig, dreißig Jahre hinweg. Irgendwann muss völlig normal sein: Hoffenheim gehört zur Bundesliga wie die Bayern, Schalke oder der VfB.

Momentan hat man das Gefühl, dass von Stuttgarter Seite noch eher von oben herab auf Hoffenheim geblickt wird.
Ich habe das ja selbst live miterlebt, als ich in Stuttgart war. Der VfB sieht sich als großer Platzhirsch – und wenn an ihm jemand kratzen will, lässt man eben die Muskeln spielen und sagt: „Was willst du eigentlich?“ Ich habe aber nie das Gefühl gehabt, dass ein gewisses Niveau unterschritten worden wäre. Das sind die normalen Sticheleien und das übliche Säbelrasseln.

Stört es Sie nicht trotzdem, wenn Hoffenheim als Eindringling im Kreise der Traditionsclubs dargestellt wird?
Das geht mir sogar gewaltig auf den Keks. Diesen Verein gibt es seit 1899, er ist also auch ein Traditionsclub.




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