InterviewInterview mit Martin Schairer „Da ist unsere Toleranzgrenze gleich null“

Von Thomas Braun und Jörg Nauke 
Aber ist es nicht absurd, dass irgendwelche Planungen gemacht werden, die anschließend von Ihrer Behörde wieder kassiert werden – und dann geht das ganze wieder von vorn los. Die Bahn spricht in solchen Fällen bekanntlich gerne von behördlichem Schwergang.
Das war eher behördlicher Schnellgang, wir haben sofort reagiert.
Das S-21-Kommunikationsbüro hat sich überrascht von der Kritik an den geänderten Plänen gezeigt. Sprechen sich die Projektpartner im Vorfeld denn nicht ab?
Die Bahn müsste eigentlich wissen, dass wir im Interesse der Stadt wollen, dass der Verkehr rund läuft. Es ist auch immer klar kommuniziert worden, dass wir keine Fahrspuren hergeben. Aber natürlich gibt es Planänderungen und Notwendigkeiten, über die man miteinander reden muss. Bei den Straßenverkehrsbeziehungen rund um den Bahnhof haben wir keinen Spielraum, da ist unsere Toleranzgrenze gleich null. Die Bahn räumt inzwischen ein, dass sie zu weit vorgeprescht ist. Für uns ist klar: die Fahrspuren müssen offen bleiben
Baustellen gibt es ja in der Stadt auch jenseits von S 21 schon genug. Droht nicht in Stuttgart mit den Großbaustellen für das Bahnprojekt der endgültige Verkehrskollaps, weil zu viele Autos auf zu viele Baustellen treffen?
Wir müssen die wenigen Räume, die wir haben, optimal nutzen. Deswegen ertüchtigen wir zum Beispiel unsere Verkehrsleitzentrale. Falls durch die S-21-Baustellen und die geänderten Pläne mehr Lastwagen auf der Straße fahren als ursprünglich vorgesehen, muss man darüber reden, wie man den Verkehr organisiert. Wir wollen den Verkehr verflüssigen, schon wegen des Feinstaubthemas.

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