InterviewInterview mit Polizeipräsident Thomas Züfle Mehrere Tausend Polizisten im Schichtdienst

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Es ist immer wieder die Rede von rund 9000 Polizisten, die für die Einsätze in die Stadt geholt werden. Was ist an dieser Zahl denn dran?

 

Wir liegen deutlich darunter, zumal wenn es ab nächster Woche nur um den Südflügel gehen würde. Mehrere Tausend werden es schon sein. Deswegen haben wir ja auch Hotelzimmer reserviert. Geplant ist aber auch, dass wir, wenn sich die Lage beruhigt, Kräfte nach Hause schicken. Wir wollen ja niemanden unnötig von seiner eigentlichen Dienststelle abziehen. Der starke Kräfteeinsatz ist auch ein Baustein unserer Deeskalation – damit wir einen Schichtdienst einteilen können. Wir wollen die Beamten nicht an die psychische und physische Belastungsgrenze bringen. Für uns ist wichtig, dass Ruhe und keine Hektik beim Einsatz herrscht, deswegen wollen wir immer wieder frische Kräfte bringen. In der Auswertung des Einsatzes vom 30. September ist zu lesen, dass ein Abbruch eine Option gewesen wäre, die den schlimmen Verlauf mit Verletzten durch Wasserwerfer verhindert hätte.

Wann brechen Sie ab?

Der Abbruch ist dann eine Option, wenn es chaotisch und nicht mehr überschaubar ist. Was dafür genau vorfallen muss, kann ich Ihnen jetzt nicht sagen. Aber auch das ist eines mehrerer Szenarien, die wir durchgespielt haben.

Haben Sie für den schlimmsten Fall, den Sie annehmen, Wasserwerfer eingeplant?

Bis jetzt haben wir keine vorgesehen.Wann würden Sie die holen?Wenn randalierende Gruppen durch die Stadt ziehen. Sonst nicht. Das hängt aber immer von der konkreten Situation ab.