Interview mit Stefan Wolf „Es gibt für mich keine Dogmen“

Stefan Wolf  will als neuer Verhandlungsführer der Arbeitgeber  die Tarifrunden mit der IG Metall beschleunigen und die sogenannten Rituale eindämmen. Foto: Horst Rudel
Stefan Wolf will als neuer Verhandlungsführer der Arbeitgeber die Tarifrunden mit der IG Metall beschleunigen und die sogenannten Rituale eindämmen. Foto: Horst Rudel

Südwestmetall-Chef Stefan Wolf setzt sich für einen Abbau tariflicher Leistungen für ältere Beschäftigte ein. Zudem spricht er sich für eine Verkürzung der Elternzeit aus.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)
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Der neue Südwestmetall-Chef Stefan Wolf setzt sich für einen Abbau tariflicher Leistungen für ältere Beschäftigte ein. Mit der IG Metall will er über den Schutz vor Versetzungen und die Verdienstsicherung verhandeln. Zudem spricht er sich für eine Verkürzung der Elternzeit auf ein Jahr und gegen die Pläne zur Großelternzeit aus. Auch sollen die Beschäftigten mehr auf ihre Gesundheit achten, um ihre Arbeitskraft zu erhalten, fordert Wolf – zumal mittelfristig über eine Rente mit 69 geredet werden müsse.
Herr Wolf, Sie sind Vorsitzender bei Südwestmetall und Vorstandschef der börsennotierten Elring Klinger AG. In welchem Amt fühlen Sie sich freier in Ihren Äußerungen?
Einmal vertrete ich die Interessen der Aktionäre, das andere Mal die der Mitglieder. Insofern bin ich in beiden Ämtern ähnlich frei.

Vor Ihrer Zeit als Arbeitgeberverbandschef haben Sie die Autohersteller ermahnt, weil diese ihre Produktionskosten zunehmend auf die Zulieferer abwälzen würden. Würden Sie dies noch immer kritisieren?
Vor zwei Jahren hatten wir zum Ende der Krise eine völlig andere Situation. Dass wir aber weiterhin über Kosten sprechen müssen, ist keine Frage – weder in dem einen noch in dem anderen Amt.

Sind die Praktiken der Hersteller nicht eher noch rücksichtsloser geworden?
Wir leben seit vielen Jahren in einer harten Welt. Da hat sich nicht viel verändert – und ich habe auch nicht die Hoffnung, dass sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren etwas verändern wird. Dies ist eine der härtesten Branchen überhaupt.

Warum haben Sie damals die sonst übliche Zurückhaltung gegenüber den Automobilherstellern abgelegt?
Es ist wichtig, dass wir in dem Bereich Hersteller und Zulieferer eine faire Partnerschaft pflegen, um langfristig miteinander arbeiten zu können. Da muss man Dinge, die etwas außer Kontrolle geraten sind, ansprechen und versuchen, sie in die richtigen Bahnen zu lenken.

Dazu gehört eine ordentliche Zahlungsmoral. Zahlen die Hersteller pünktlich?
Darüber können wir uns eigentlich nicht beklagen. Im Großen und Ganzen ist das schon in Ordnung.

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