InterviewInterview mit VfB-Präsident Wahler „So können wir nicht weitermachen“

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Der VfB-Präsident Bernd Wahler spricht ein Machtwort. Nach einer Klausurtagung der Stuttgarter Führungsriege hat er eine Neuausrichtung des Fußball-Bundesligisten angekündigt – und einen bedingungslosen Jugendstil.

Der Präsident Bernd Wahler setzt beim VfB Stuttgart künftig voll auf die Jugend. Foto: Baumann 11 Bilder
Der Präsident Bernd Wahler setzt beim VfB Stuttgart künftig voll auf die Jugend. Foto: Baumann
Stuttgart – - Drei Tage lang hat der VfB-Präsident Bernd Wahler die Führungsriege des Fußball-Bundesligisten im Tannheimer Tal um sich geschart, um eine zukunftsfähige Strategie festzulegen. Über die Ergebnisse äußert sich der 55-Jährige nun im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung – und das deutlich.
Herr Wahler, wie waren die Schneeverhältnisse im Tannheimer Tal?
Hervorragend. Allerdings hat es nur für ein paar Schneebälle gereicht. Zum Skifahren blieb keine Zeit.
Keinerlei teambildende Maßnahmen?
Doch. Das traditionelle Fußballtennisturnier wurde natürlich ausgespielt. Dank Fredi Bobic an meiner Seite habe ich sogar gewonnen.
Gibt es von der dreitägigen Vorstandsklausur noch andere Erfolge zu vermelden?
Sehr viele sogar. Wir haben offen und ehrlich miteinander diskutiert und über die Strategie des VfB gesprochen. Wir wissen, wo wir hinwollen, und was wir dafür tun müssen. Und wir sind uns einig, dass wir mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden sind. So können und so wollen wir auch nicht weitermachen.
Aber es heißt doch immer, der VfB sei auf einem guten Weg.
Das ist ja auch nicht falsch. Aber unsere Realität heißt aktuell Platz zehn. Es bringt nichts, nach Entschuldigungen oder Ausreden zu suchen; es macht keinen Sinn, sich etwas vorzumachen. Dort gehören wir momentan hin, und das ist kein Zufall. Das entspricht unserer Leistung – auf und neben dem Platz. Es gibt zwar schlechtere Vereine, aber es gibt auch einige andere Clubs, die deutlich besser arbeiten als wir.
Das klingt so, als wäre eine komplette Neuausrichtung nötig.
So können Sie es nennen. Wir stehen vor einem Berg an Arbeit.