Interview mit VfB-Präsident Wahler „Wir sind überzeugt, dass uns in Frankfurt die Wende gelingt“

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
Hat Schneider zuletzt Fehler gemacht?
Wir haben da einen ganz offenen Austausch mit ihm. Da bringe ich mich ein – und Fredi Bobic sowieso. Aber der Inhalt dieser Gespräche bleibt unter uns.
Waren alle im Verein dafür, nach sieben Niederlagen an Schneider festzuhalten?
In jedem Verein ist es ja so, dass es viele Kräfte und Mächte gibt. Deshalb kann ich nur für die Leute reden, mit denen ich täglich zu tun habe – und die stehen alle hinter unserer Vorgehensweise. Das weiß ich.
Dennoch haben Sie auch schon von einem Plan B gesprochen – wenn Thomas Schneider nicht mehr zu halten sein sollte.
Damit habe ich aber gemeint, dass wir dem Ligaverband gegenüber die Pflicht haben, einen Plan B für die zweite Liga vorzulegen. Einen Plan B für Sonntagabend haben wir nicht, weil wir überzeugt sind, dass uns in Frankfurt die Wende gelingt.
Und wenn nicht?
Klar ist, dass der Verein wichtiger ist als jede einzelne Person. Diese Verantwortung haben wir nun mal – und entsprechend müssen wir uns dann auch verhalten.
Aus VfB-Kreisen ist zu hören, dass eine Doppelspitze mit Krassimir Balakov und Zvonimir Soldo eine Trainervariante wäre für den Fall, dass Thomas Schneider scheitert.
Ich bin Fan von beiden. Beide waren hervorragende Fußballer und haben enorme Verdienste um den VfB. Ich treffe sie öfter im Stadion. Es sind immer gute Gespräche.
Und wie bewerten Sie die beiden fachlich?
Sie sind sicher qualifizierte Trainer.
Ist es nicht traurig, dass Schneider ein Trainer ist, der zu Ihrem Jugendkonzept passt – und nun stimmen die Ergebnisse nicht?
Das ist in der Tat frustrierend. Wir hätten uns alle gewünscht, dass unsere Strategie auch entsprechende Früchte trägt. Aber wir müssen jetzt aus den Fehlern lernen – ohne dass wir uns noch schlechter machen als wir sind. Das ist ein schmaler Grat. Wir dürfen uns nicht ständig mit der zweiten Liga beschäftigen, aber jedem muss bewusst sein, wie ernst die Situation ist.
Vor Weihnachten haben Sie gesagt, dass Sie auf jeden Fall an Ihrer Gesamtstrategie festhalten werden – selbst wenn ein Trainerwechsel mal unvermeidlich sein sollte. Gilt das noch immer?
Dazu stehe ich. Der Trainer muss zu uns passen. Das ist Bedingung.
Einer, der wohl passen würde, ist Ralf Rangnick. Er soll für die neue Saison eine Rolle spielen – in welcher Form auch immer. Ist das Plan C? Haben Sie Kontakt zu ihm?
Momentan nicht.
Aber?
Das ist mir alles zu viel Spekulation. Er ist prinzipiell sicher einer, der sich schon als konzeptioneller Denker im Fußball hervorgetan hat. Von daher würde das mit unserem Plan harmonieren. Aber er ist momentan kein Thema bei uns. Zudem hat er bei Red Bull in Salzburg und Leipzig ja noch einen guten Vertrag.
Wie schwierig ist es im Augenblick überhaupt, die kurzfristige und die längerfristige Strategie zusammenzubringen?
Es ist sicher schwierig. Aber wir müssen das schaffen. Sonst kommen wir aus dem Schlingerkurs nie raus.
Heißt das dann auch, dass es in der neuen Saison so oder so Veränderungen geben wird – egal ob der Klassenverbleib erreicht wird oder nicht?
Ja, heißt es. Wir müssen nachbessern und dürfen nicht sagen: weiter so. Das wird nicht passieren. Wir hinterfragen alles. Das garantiere ich – und da will ich nichts im Club ausschließen.




Unsere Empfehlung für Sie