Interview mit VfB-Präsident Wahler „Im Moment stehen wir zum Trainer“

Bernd Wahler macht sich Sorgen um den VfB Stuttgart. Seit dem 22. Juli ist Wahler Präsident des VfB. Wer im Aufsichtsrat und im Vorstand des Vereins sitzt, zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Pressefoto Baumann 20 Bilder
Bernd Wahler macht sich Sorgen um den VfB Stuttgart. Seit dem 22. Juli ist Wahler Präsident des VfB. Wer im Aufsichtsrat und im Vorstand des Vereins sitzt, zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Pressefoto Baumann

Exklusiv Der VfB-Präsident Bernd Wahler spricht über die derzeit schwierige sportliche Situation beim Stuttgarter Bundesligisten und über Trainer Thomas Schneider. Der hat zwar noch die volle Rückendeckung des Vereins, doch bei einer Niederlage am Sonntag bei Eintracht Frankfurt könnte ihm die Entlassung drohen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
Stuttgart – - Bevor der offizielle Teil des Gesprächs beginnt, erzählt Bernd Wahler noch, dass er vor Ostern eine Woche Skiurlaub in Saalbach machen will. Das ist Mitte April. Bis dahin weiß der Präsident dann vielleicht auch schon, wohin die Reise für den VfB geht – bloß nicht in die zweite Liga, hofft er auf jeden Fall.
Herr Wahler, der VfB steigt nicht ab, weil. . .
. . . wir erstens den Klassenerhalt als absolut oberste Priorität ausgerufen haben für alle, die im Verein tätig sind. Zweitens haben wir einen Mitarbeiterstab, der geschlossen auftritt und jeden Tag alles für dieses Ziel gibt. Und zuletzt hat es unser Trainerteam geschafft, alle Spieler auf das Ziel einzuschwören und auf Kurs zu bringen.
Woran machen Sie diese Hoffnung fest?
In unserem letzten Spiel gegen Hertha BSC hat trotz der unglücklichen Niederlage die Einstellung gestimmt. Die Mannschaft hat als Mannschaft funktioniert. Das ist das Entscheidende, auf das es in unserer Situation jetzt ankommt. Der Zusammenhalt ist bei uns nicht nur eine Marketingkampagne – wir pflegen ihn auch auf dem Platz und außerhalb des Platzes.
Davon war jedoch bei den 1:4-Niederlagen zuvor gegen Hoffenheim und Augsburg wenig bis nichts zu sehen.
Stimmt. Aber zuvor gegen Leverkusen und vor allem gegen die Bayern haben wir gezeigt, was in uns steckt. Darauf müssen wir uns besinnen. Wir dürfen nicht pausenlos auf die Mannschaft draufhauen, sondern müssen auch die positiven Ansätze herausstreichen. Sie brauchen Selbstvertrauen, sonst werden die Spieler noch unsicherer.
Das sind Sie nach sieben Niederlagen hintereinander ohnehin. Was würde mit dem Trainer Thomas Schneider passieren, sollte es jetzt in Frankfurt die achte Pleite geben?
Ich gehe fest davon aus, dass es nicht so weit kommt. Uns gelingt die Trendwende, da bin ich optimistisch. Schließlich ist die Eintracht in einer ähnlichen Lage wie wir und ein Gegner auf Augenhöhe.
Damit haben Sie die letzte Frage aber nicht beantwortet.
Was wollen Sie hören?
Beispielsweise ob es ein Ultimatum für Thomas Schneider gibt.
Nein. Wir sind uns einig, dass der Trainer die Mannschaft erreicht. Dieses Gefühl hat nicht nur er selbst, sondern auch unser Sportvorstand Fredi Bobic und ich.
Das bedeutet, dass Schneider definitiv seinen Job behalten wird – selbst wenn der VfB in Frankfurt erneut verlieren sollte.
Im Moment stehen wir voll und ganz zu unserem Trainerteam. Aber klar ist natürlich auch, dass wir schauen müssen, wie sich die Mannschaft präsentiert und wie das Spiel insgesamt aussieht.
Sie lassen sich ein Hintertürchen offen?
Wichtig ist, dass wir die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Das tun wir auch – der Trainer, der Vorstand und ich.
Wie nah sind Sie denn an der sportlichen Abteilung dran?
Ziemlich nah. Ich spüre, was da vor sich geht. Aber ich bin keiner, der jeden Tag in der Kabine sitzt und sich in taktische Dinge einmischt. Das ist Sache des Trainerteams.
Ab und zu sind Sie aber schon in der Kabine – manchmal auch in der Halbzeitpause.
Aber dann sicher nicht als Trainer. Ich kenne meine Grenzen und meine Möglichkeiten. Mit meiner Anwesenheit will ich vielmehr demonstrieren, dass ich da bin und voll hinter meinen Leuten stehe.




Unsere Empfehlung für Sie