Interview mit VfB-Spieler Daniel Schwaab „Wir müssen diese Dynamik stoppen“

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Vor der Partie gegen Bayer 04 Leverkusen am Samstag spricht der VfB-Abwehrchef Daniel Schwaab über die Folgeerscheinungen der 1:2-Niederlage gegen den FC Bayern am vergangenen Mittwoch.

Daniel Schwaab will mit dem VfB Stuttgart die Krise meistern. Foto: Baumann      
Daniel Schwaab will mit dem VfB Stuttgart die Krise meistern. Foto: Baumann      
Stuttgart – - Daniel Schwaab tritt mit dem VfB am Samstag bei seinem Ex-Verein Bayer Leverkusen an. Zuvor schwärmt der 25-Jährige von der Zeit unter dem Trainer Jupp Heynckes, lobt aber gleichzeitig auch die Arbeit und das Auftreten von Thomas Schneider in Stuttgart.
Herr Schwaab, wie schläft man nach so einem Spiel wie gegen die Bayern?
Praktisch gar nicht.
Weil das eine der bittersten Niederlagen Ihrer Karriere war?
Kann man so sagen. Mit Leverkusen habe ich zwar in der Champions League einmal 1:7 in Barcelona verloren, aber da gingen wir vom Platz und wussten, dass nicht mehr drin war. Gegen die Bayern war das ganz anders. Wir haben die richtigen Mittel gefunden. Umso größer ist jetzt die Enttäuschung. Das ist brutal.
Wie lange steckt der Frust in den Köpfen?
Vielleicht etwas länger.
Dann wechseln wir das Thema, um auf andere Gedanken zu kommen. Was ist die positive Erkenntnis, die Sie mitnehmen?
Dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn man sieht, was für eine Mannschaft wir auf dem Platz hatten – mit sehr vielen jungen Spielern mit relativ wenig Erfahrung. Dennoch konnten wir mit dieser Weltauswahl mithalten. Darauf müssen wir aufbauen. Das ist die Zukunft des VfB Stuttgart.
Was tut angesichts dessen in der Gegenwart mehr weh – die Niederlage gegen Mainz vor einer Woche oder die gegen Bayern?
Es waren zwar zwei völlig unterschiedliche Spiele, aber beides ist in etwa gleich schmerzhaft. Es kann nicht unser Anspruch sein, in einer Saison zweimal gegen Mainz zu verlieren, obwohl die sich gut entwickelt haben. Und gegen die Bayern waren wir so nah dran.
Doch gereicht hat es nicht. Was hat der Trainer Thomas Schneider dazu gesagt?
Dass man unserer Vorstellung natürlich auch viele gute Seiten abgewinnen kann. Er hat uns auf unsere Stärken hingewiesen.
Typisch Schneider?
Er findet immer die richtigen Worte. Er setzt auf Kommunikation und ist keiner, der extrem draufhaut und laut wird. Das kommt bei der Mannschaft an – und das Vertrauen, das er uns schenkt, wollen wir ihm zurückzahlen.
Sie können vergleichen, da Sie in Leverkusen beispielsweise auch Jupp Heynckes als Trainer erlebt haben.
Die beiden Jahre mit ihm waren einfach überragend. Da habe ich eine ganze Menge gelernt. Er ist eine große Persönlichkeit mit einer gewaltigen Ausstrahlung und zwischenmenschlich sensationell. So hatte er beispielsweise auch immer das Gespür, wen er wie anzupacken hat.