InterviewInterview mit Wolfgang Hatz Autonomes Fahren für Porsche-Käufer nicht so wichtig

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Weissach hat früher viel für andere Auftraggeber gearbeitet. Wie sieht es heute nach der Eingliederung in den VW-Konzern aus?
Porsche ist 1931 als Konstruktionsbüro gegründet worden. Die Entwicklung im Auftrag anderer Unternehmen gehört also von Anfang an zu Porsche und wird heute von unserer Tochter Porsche Engineering Group fortgesetzt. Diese Dienstleistung werden wir weiter fortsetzen, auch als Tochter des VW-Konzerns.
Porsche Engineering hat früher viele Aufträge von anderen Autoherstellern erhalten, weil Porsche als kleiner Nischenanbieter nicht als Konkurrent eingestuft wurde. Doch jetzt gehört Porsche zum größten europäischen Autokonzern. Ist dies nicht ein Hindernis für die Akquisition von Fremdaufträgen?
Wir erhalten weiter Aufträge von großen und renommierten Autoherstellern. Sie kommen gerne zu uns, wenn sie ein Problem haben, weil sie wissen, dass sie hier wahrscheinlich eine Lösung bekommen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Weissach und Bietigheim-Bissingen können bis hin zur kompletten Entwicklung eines Fahrzeugs alles anbieten.
Eines der Megathemen in der Autobranche ist der Trend zum autonomen Fahren, also dass ein elektronischer Chauffeur das Steuer übernimmt. Von Porsche hört man sehr wenig zu diesem Thema.
Wir müssen dort einen Vorsprung haben, wo es für unsere Kunden besonders wichtig ist. Das autonome Fahren zählt da aus meiner Sicht nicht dazu. Ich glaube, dass bei unseren sportlichen Fahrzeugen die Fahrdynamik und die Effizienz wichtiger sind. Mit dem autonomen Fahren wird Porsche also nicht unbedingt als Erster auf den Markt kommen.