Wolfram König, der Chef des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), zeigt im Gespräch mit StZ-Korrespondentin Bärbel Krauß Schwachstellen bei der Endlagersuche auf. Und er spricht sich indirekt dafür aus, Castoren statt in Gorleben in Neckarwestheim oder Philippsburg zwischenzulagern.
26.03.2013 - 18:56 Uhr
Unnötige Transportstrecken vermeiden
„Es geht auch darum, unnötige Transportstrecken zu vermeiden“, betont König in dem Interview, „deshalb bieten sich grenznahe oder gut zu erreichende Standorte an“. Er wendet sich gegen eine dezentrale Verteilung der noch ausstehenden Atommülltransporte auf die Kraftwerksstandorte, an denen sie angefallen sind. „Es würde dem Anspruch der Risikominimierung fundamental widersprechen, wenn Züge aufgesplittet würden“, betont König. Wie berichtet, müssen in den kommenden Jahren noch 21 Behälter mit hochradioaktivem Nuklearmüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield und fünf Behälter aus dem französischen La Hague in Deutschland zwischengelagert werden. Die Transporte werden nach dem jetzigen Planungsstand nicht vor 2015 beginnen. Während die baden-württembergischen Zwischenlager-Standorte Philippsburg und Neckarwestheim von La Hague aus am besten zu erreichen wären, würden die kürzesten Transportwegen für den „Restmüll“ aus Sellafield eine Zwischenlagerung in den schleswig-holsteinischen Standorten Brunsbüttel oder Brokdorf nahelegen. König, der den zwischen der Bundesregierung und dem Land Niedersachsen ausgehandelten Kompromissvorschlag insgesamt positiv bewertet, dringt darauf, den Menschen in der Nähe der Zwischenlager „die Sicherheit zu geben, dass die Hallen nicht schleichend zu verkappten Endlagern werden“. Dazu sei es wichtig, „dass die zeitlichen Begrenzungen der Zwischenlager ernst genommen werden“. Außerdem „müssen wir jetzt gewährleisten, dass später nicht die billigste Variante gewählt wird: den Atommüll ins Ausland zu verschieben.“