InterviewPsychotherapeuten für Kinder und Jugendliche Die Gesprächspartner

Von alm 

Niklas Gebele
Der Psychologe, 35, ist Leiter der Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Christophsbads in Göppingen. Im April öffnet er seine eigene Praxis in Karlsruhe. Gebele ist ein begeisterter Cineast und hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, was Popkultur uns über Radikalisierung lehren kann.

Markus Löble
Der 57 Jahre alte Mediziner ist seit 15 Jahren Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Chris­tophsbads. Löble war selbst Flüchtlingskind – seine Mutter stammt aus Schlesien. Als katholischer Heranwachsender im pietistisch-evangelischen Aidlingen im Kreis Böblingen machte er früh Erfahrungen mit sozialer Ausgrenzung. Auch deshalb habe er wohl eine hohe Affinität zu Außenseitern, sagt Markus Löble über sich. Am 7. Mai hält er im Kornhaus in Ravensburg einen Vortrag über Populismus und Radikalisierung aus psychia­trischer Sicht. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Sicherheitslage in Baden-Württemberg hat sich durch politischen Extremismus verschärft. „Allen extremistischen Szenen ist gemein, dass die Gewaltbereitschaft zugenommen hat“, sagt Ilker Vidinlioglu, der Sprecher des baden-württembergischen Verfassungsschutzes. Unter den beobachteten Zielgruppen erlebt vor allem die Salafisten-Szene Zulauf. „Von 2016 auf 2017 ist ihre Zahl von 620 auf 750 Salafisten angeschwollen.“ Seit Ende 2016 beobachten die Verfassungsschützer auch erstmals die Bewegung der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“, deren Aktivitäten „deutlich“ zugenommen hätten.

Nach Rheinland-Pfalz hat auch Baden-Württemberg wegen einer wieder erstarkten Judenfeindlichkeit einen Antisemitismus-Beauftragten eingesetzt. Laut dem Innenministerium wurden 2017 im Land 98 antisemitische Straftaten erfasst, davon waren 91 rechtsmotiviert.