Interview „So weit nach oben, wie es geht“

Frisch gebackener Lizenz-Inhaber: Alexander Blessin. Foto: Yavuz Dural
Frisch gebackener Lizenz-Inhaber: Alexander Blessin. Foto: Yavuz Dural

Alexander Blessin, Ex-Spieler des TSV Georgii Allianz und des SV Bonlanden, hat die Fußballlehrer-Lizenz erworben.

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Der Deutsche Fußball-Bund hat 23 neue Fußballlehrer mit UEFA-Pro-Lizenz – darunter Alexander Blessin, der einst beim TSV Georgii Allianz das Kicken gelernt hat, später beim VfB Stuttgart Bundesliga-Luft schnupperte und zweimal beim SV Bonlanden engagiert war. Mittlerweile ist er als Trainer bei RB Leipzig im Jugendbereich tätig. Über den Lehrgang in Hennef, seine Tätigkeit in Leipzig und seine Zukunftspläne spricht der 42-Jährige im Interview.
Herr Blessin, Glückwunsch zur erworbenen Fußballlehrer-Lizenz. Wie sind Sie mit Ihrer Benotung zufrieden?
Die weiß ich noch gar nicht. Es wurde zwar der Lehrgangsbeste geehrt, wir anderen bekommen die Noten aber erst in vier bis sechs Wochen. Ich weiß nur von meiner Psychologie-Dozentin, dass ich eine sehr, sehr gute Arbeit geschrieben habe. Aber auch sonst habe ich ein gutes Gefühl.
Welche war die schwierigste Prüfung?
Ernährungslehre und Physiologie, weil das extrem viel Lernstoff war und weil man da – anders wie bei der Fußball-Lehre oder Psychologie – nicht viel von seinen Erfahrungen als Spieler ableiten kann.
Sie waren in der Lehrgangsgruppe mit Julian Nagelsmann, dem aktuellen Bundesliga-Trainer der TSG 1899 Hoffenheim. Was ist er für ein Typ?
Er ist ein sehr angenehmer Kerl mit einem guten Selbstbewusstsein.
Warum haben Sie die Fußballlehrer-Lizenz gemacht? Welche Ambitionen haben Sie?
Ich wollte alles von der Pike auf lernen, denn die Erfahrungen, die du als Spieler machst, reichen im Trainerjob nicht aus. Und mittelfristig will ich natürlich eine Aktivenmannschaft trainieren – und das so weit oben, wie es geht.
Sie sind seit 2012 in Leipzig und derzeit Co-Trainer des U-19-Teams, das in der Bundesliga Nord/Nordost spielt. Ein Traumjob?
Dann müsste alles passen. Das ist bei mir nicht ganz der Fall, weil meine Frau und die drei Töchter noch in Altenriet wohnen. Aber ansonsten macht mir der Job riesigen Spaß. Mit dem neuen Trainingszentrum haben wir wirklich alle Möglichkeiten; da bleibt kein Wunsch offen.
Wie bekommen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?
Bisher klappt das gut. Ein Wochenende bin ich in Altenriet, ein Wochenende ist meine Familie bei mir und in den Ferien sowieso.
Wenn Sie so oft im Ländle sind, wissen Sie sicherlich auch, wie es um Ihren Ex-Verein SV Bonlanden bestellt ist, mit dem Sie 2012 ja noch in der Oberliga aktiv waren. . .
Am Sonntag war Peter Starzmann bei mir, um auf den Fußballlehrer anzustoßen. Da haben wir auch über Bonlanden gesprochen. Dass der Club einen Abstiegsplatz belegt, ist sehr bitter und tut mir echt leid.
Und an was denken Sie beim Thema TSV Georgii Allianz?
Das ist die nächste Hiobsbotschaft. Die Allianz will ja die Betriebssportanlage abreißen. Das ist unglaublich. Da verschwindet dann einfach mal so ein Traditionsverein, bei dem ich eine super schöne Zeit hatte.

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