Interview zu Olympia 2016 Was der IHF-Chef über die deutsche Mannschaft denkt

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Zurück zum olympischen Turnier. Deutschland ist als Gruppensieger ins Viertelfinale gegen Katar eingezogen. Wie weit kann die Mannschaft kommen?
Deutschland kann Olympiasieger werden. Wie vier, fünf andere Nationen auch.
Überrascht sie die rasante Entwicklung der deutschen Mannschaft?
Ja. Schon der EM-Titel war eine Sensation, zeigte aber auch: Hier wächst eine neue Generation heran, mit einem sehr guten Trainer. Dagur Sigurdsson schafft es, dass die Deutschen als Mannschaft auftreten. Es gibt auch noch andere Nationen mit gutem Material, die aber längst nicht so perfekt zusammenspielen. Deutschland gehört aktuell zu den drei, vier besten Teams der Welt.
Nachdem es zuvor eine tiefe Talsohle durchschritten hat.
Stimmt. Aber die Nachwuchsarbeit in Deutschland ist eben besser als in vielen anderen Ländern. Und dazu kommt, dass die Atmosphäre im Deutschen Handball-Bund sehr gut ist. Früher gab es immer Konflikte, jetzt gibt es in Andreas Michaelmann einen ruhigen, besonnenen Präsidenten. Das kommt auch bei der Mannschaft an.
Welche Rolle spielt Deutschland im Welthandball?
Deutschland ist die größte Föderation in der IHF, die TV-Quoten dort sind sehr wichtig für uns. Es freut mich, dass die Deutschen Handball mögen. Und dass sie Interesse zeigen, wenn die Nationalmannschaft stark spielt. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen und Junioren Vorbilder haben und sie von diesen Idolen möglichst viel lernen. Lassen Sie es mich so sagen: Wenn der DHB gesund ist, dann geht es auch der IHF gut.
Ist Deutschland auch ein wichtiger Markt?
Nein.
Nein?
Als Wirtschaftsfaktor spielt Deutschland für die IHF keine Rolle. Wenn wir eine WM ausrichten, dann kommt kein einziger Sponsor aus Deutschland.

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