Interview zum RTL-Dschungelcamp Ein Witzbold im australischen Urwald

Von Antje Hildebrandt 

Für elf Promis heißt es von Freitagabend an: Ab in den Dschungel und Augen zu beim Kakerlaken-Menü. Micky Beisenherz schreibt die Gags für Dschungel-Königin Sonja Zietlow und Mit-Moderator Daniel Hartwich. Im Interview spricht er über Nachtschichten, seine Zeit auf dem Bau und wie er Gag-Autor wurde.

Sie ziehen in den Dschungel:(hi.v.l.) Winfried Glatzeder (68), Julian F. M. Stoeckel (26), Corinna Drews (51), Tanja Schumann (51), Mola Adebisi (40), Marco Angelini (29) und Larissa Marolt (21) - (vorne v.l.) Melanie Müller (25), Jochen Bendel (41) und Gabby de Almeida Rinne (24) - Mi.: Michael Wendler (41). Foto: RTL / Stefan Menne
Sie ziehen in den Dschungel:(hi.v.l.) Winfried Glatzeder (68), Julian F. M. Stoeckel (26), Corinna Drews (51), Tanja Schumann (51), Mola Adebisi (40), Marco Angelini (29) und Larissa Marolt (21) - (vorne v.l.) Melanie Müller (25), Jochen Bendel (41) und Gabby de Almeida Rinne (24) - Mi.: Michael Wendler (41). Foto: RTL / Stefan Menne

Stuttgart - Von Freitag an wird der Gag-Autor Micky Beisenherz wieder die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich mit seinen Spitzen über die Insassen des „Dschungelcamps“ versorgen.

Herr Beisenherz, trauen Sie sich dieses Jahr noch ins Dschungelcamp?
Ja, warum denn nicht?
In den letzten Jahren kannte kaum einer Ihr Gesicht. Jetzt treten Sie immer häufiger als Moderator in Erscheinung.
Ach, so, ich dachte, jetzt kommt die Frage, ob ich selber ins „Dschungelcamp“ gehe, weil ich einige Formate so erfolglos betreut habe.
Nein. Aber wie ist es, wenn man als Lästerer bekannt geworden ist und sich plötzlich anhören muss, als Moderator der wiederaufgelegten Quizshow „Die Pyramide“ (ZDF Neo) habe man nur herumgestanden?
Ich hätte auch lieber gesessen. Wenn die Kritik fundiert ist, dann kann man damit umgehen. In diesem Fall war der Kritiker wohl enttäuscht, dass ich nichts von dem ausleben konnte, was er in mich hineininterpretiert hat.
Sie selber fanden sich gut?
Wer vor die Kamera tritt, ist grundsätzlich der Überzeugung, dass ihn andere für einen Knallertypen halten. Nichtsdestotrotz ist es in meinem Fall so, dass ich auch immer die Möglichkeit in Betracht ziehe, ein Idiot zu sein.
Auch die von Ihnen betreutet Satire-Sendung „Leute, Leute“ (ZDF) wurde wieder eingestellt. Woran ist sie gescheitert?
Es gab Dissonanzen hinter den Kulissen, aber nichts, was Monika Gruber und mich betraf. Ein Super-Frau. Ich habe gerne mit ihr zusammengearbeitet Die Sendung hatte sich auch quotentechnisch gut entwickelt. Sie war schon nach dem ersten Jahr für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. So schlecht kann sie also nicht gewesen sein.
Wie sind Sie Gag-Autor geworden?
Ich bin da so reingerutscht. Durch ein Praktikum beim Radio. Davor hatte ich ein Jahr als Handlanger auf dem Bau gearbeitet. Wände einkloppen. Alte Rohre rausreißen. Primitivste Wasserleitungen verlegen.
Dann ist Ihr rustikal-charmanter Umgangston ein Souvenir aus der Zeit auf dem Bau?
Ja, und das sage ich nicht ohne Stolz. Auf dem Bau hat man extrem viele Pointen-Pistoleros. Da geht‘s darum, wer beim Duell schneller zieht. Das liegt ja sowieso in der Natur des Ruhrgebietes, dass man dem anderen keine Antwort schuldig bleibt. Von daher war es das sehr früh ein gutes Training.

Micky Beisenherz schreibt die Gags für die Dschungel-Moderatoren. Foto: Markus Hauschild