Interview zur Cebit „Man darf sich durch Scheitern nicht verrückt machen“

Von  

Der Chef des Stuttgarter IT-Dienstleisters GFT Technologies, Ulrich Dietz, sieht viel Gründergeist in Baden-Württemberg. Wie er ambitionierte Start-ups unterstützt, erklärt er am Rande der Cebit in Hannover im Interview mit StZ-Redakteur Andreas Geldner.

Ulrich Dietz bringt Gründer mit etablierten Unternehmern zusammen. Bilder von der Cebit sehen Sie in der folgenden Bilderstrecke. Foto: StZ 19 Bilder
Ulrich Dietz bringt Gründer mit etablierten Unternehmern zusammen. Bilder von der Cebit sehen Sie in der folgenden Bilderstrecke. Foto: StZ
Hannover – Auf der Cebit ist ein viel beachteter Wettbewerb für junge IT-Unternehmen vom mittelständischen Stuttgarter IT-Dienstleister GFT Technologies organisiert worden. Dessen Vorstandsvorsitzender Ulrich Dietz erklärt, warum er sich auf diesem Feld engagiert.
Herr Dietz, Deutschland hat nicht das Image, eine Wiege für Unternehmensgründungen zu sein. Stimmt dieses Bild?
So sehe ich das nicht. In unserem Land werden jedes Jahr einige tausend Unternehmen gegründet. Wo wir nicht so stark sind, das ist der Bereich der Internetwirtschaft. Aber deswegen haben wir unseren Gründerwettbewerb Code-n initiiert, um zu zeigen, dass man in Deutschland ganz spannende Dinge tun kann. Die etablierten Firmen mit Unternehmensgründern zusammenzubringen, halte ich für den interessanten Weg.

Was kann Deutschland tun, um bei IT-Gründungen aufzuholen?
Es wird bei uns immer gerne nach dem Staat gerufen. Und wenn das am Ende mehr Steuern bedeutet, dann wundern sich alle. Am besten sollte sich der Staat den Unternehmen nicht in den Weg stellen. Er sollte die Steuern so gestalten, dass Investoren mit Start-ups auch Geld verdienen können. Dazu gehören beispielsweise einfache, niedrige Steuern beim Verkauf solcher Unternehmen. Zurzeit geht der Trend eher dahin, dass das noch komplizierter wird. Aber wir brauchen vor allem eine Innovationskultur in Deutschland, ein Bewusstsein, dass Unternehmertum sich lohnt. Es wäre wunderbar, wenn ein paar Ingenieure mehr auf den Gedanken kommen, dass sie mit der eigenen Firma erfolgreicher sein könnten.

Was kann ein Start-up-Wettbewerb wie der von Ihnen initiierte Code-n bewirken?
Wir sind ja selber ein IT-Dienstleistungsunternehmen, deshalb ist das für uns auch eine pragmatische Sache: Wir wollen für mittelständische, aber auch große etablierte Firmen den Zugang zu technologisch interessanten, jungen Unternehmen schaffen. Wenn etwa die Autozulieferer in Baden-Württemberg wüssten, was es für spannende Start-up-Unternehmen gibt, dann kämen sie bei der Digitalisierung ihres Geschäfts viel schneller voran.

Aber im Internetzeitalter müsste man das alles doch schnell recherchieren können?
So einfach ist das nicht. Wir suchen erst die Themen, dann die jungen Unternehmen – und dann bringen wir sie mit den etablierten Firmen zusammen.