Interview zur möglichen Erweiterung der KZ-Gedenkstätte „Nicht in Beton investieren“

Das Gräberfeld liegt auf dem Gelände der US-Streitkräfte und ist deshalb normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Foto: Leven, Norbert J.
Das Gräberfeld liegt auf dem Gelände der US-Streitkräfte und ist deshalb normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Foto: Leven, Norbert J.

Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt sind Partner bei der KZ-Gedenkstätte. Die Debatte über eine mögliche Erweiterung hat L.-E. noch nicht erreicht.

Filder-Zeitung: Norbert J. Leven (njl)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
Leinfelden-Echterdingen/Filderstadt - Zurzeit werden in Filderstadt erste Ideen diskutiert, ob man die Gedenkstätte für die KZ-Opfer am Flughafen unter Umständen attraktiver für Besucher ausbauen sollte. In der sogenannten Gedenkstiftung arbeiten die Großen Kreisstädte Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen zusammen. Die neue Debatte hat L.-E. offenbar noch nicht erreicht. Das geht aus den Äußerungen von Oberbürgermeister Roland Klenk im Interview hervor.
Herr Klenk, wie steht Leinfelden-Echterdingen dazu, den Erinnerungsort für das KZ-Außenlager am Flughafen noch attraktiver zu gestalten?
Ich kann hier derzeit nur für mich sprechen, weil der Gemeinderat sich mit dem Thema bisher nicht befasst hat. Meine Meinung ist klipp und klar: Ich bin heute wie vor einigen Jahren der Meinung, zur Verfügung stehende Gelder in die konkrete zukunftsgerichtete Arbeit vor allem in junge Menschen zu investieren und nicht in Beton. Zurzeit, wo die Stiftung durch die Niedrigzinsphase praktisch keine Kapitalerträge mehr hat, hielte ich es für angezeigter, der Stiftung in dieser Situation zu helfen und aus den Etats der beiden Städte das Preisgeld und das für eine Kapitalerhöhung notwendige Geld zur Verfügung zu stellen – damit sie aktuell und auch in Zukunft handlungsfähig bleibt.
In welcher Größenordnung muss man sich das vorstellen?
Das sind keine Riesenbeträge. Für das Preisgeld haben wir von uns aus 1000 Euro in den Haushalt eingestellt. Ich würde es auch befürworten, dass man den Betrag, den man für die Kapitalerhaltung benötigt, etwa 2000 bis 3000 Euro, von den Kommunen zur Verfügung stellt und nicht in die weitere Gestaltung der Gedenkstätte investiert.
Entspräche es dem Stiftungsziel, eine Partnerschaft mit der Stadt Stutthof in Polen anzustreben. Würden Sie dem Gedanken aufgeschlossen gegenüberstehen?
Ich bin überrascht, davon höre ich zum ersten Mal. Mir ist im Prinzip alles recht, was junge Menschen zu der Überzeugung führt, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz die Säulen eines humanen Zusammenlebens sind. Deshalb bin ich für eine solche Diskussion offen.




Unsere Empfehlung für Sie