Investition in die Esslinger Schullandschaft Realschule in der Pliensauvorstadt bekommt Erweiterungsbau

Der Schulstandort verändert sein Gesicht. Foto: Roberto Bulgrin

Flexibel, modern und energieeffizient: Die Neue Realschule in der Pliensauvorstadt bekommt einen Neubau, der sich an ein altes Gebäude anschmiegt. Bald könnten die Arbeiten beginnen.

Reporter: Petra Pauli (pep)

Esslingen - Vor ziemlich genau einem Jahr wurde der Architektenwettbewerb für die Neue Schule in der Pliensauvorstadt entschieden. Gewonnen hat ihn das Esslinger Architekturbüro „Fritzen 28“. Dessen Entwurf schlägt für die ehemalige Adalbert-Stifter-Schule einen Erweiterungsbau vor, der sich mit dem Bestandsbau verbindet. So soll ein Gesamtensemble geschaffen werden, das an die Flügel einer Windmühle erinnert. So hatte es damals die Stadt in einer Pressemitteilung formuliert. Die neuen Gebäudeteile sollen eine Einheit mit dem Bestand bilden und den Schulcampus in drei Höfe unterteilen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler nach Bewegung, Austausch und Rückzug gerecht werden.

 

Nun kann wohl damit begonnen werden, die Pläne auch umzusetzen. Der Betriebsausschuss des Eigenbetriebs Städtische Gebäude (SGE) hat jüngst grünes Licht gegeben und das Kostenbudget für dieses Vorhaben in Höhe von gut 14 Millionen Euro einhellig abgesegnet. Von der Summe entfallen rund 370 000 Euro auf die Abbruchkosten, der Rest auf das Gebäude. Das letzte Wort hat allerdings noch der Gemeinderat, auf dessen Tagesordnung das Thema an diesem Montag steht.

Genehmigung für Abbruch liegt vor

Bei der Stadt geht man davon aus, dass im September die Baugenehmigung vorliegt und 2022 mit den Arbeiten begonnen werden kann. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 anvisiert. Die Genehmigung für den Abriss des Altbaus, der aus den 1950er-Jahren stammt und weichen muss, hat das Regierungspräsidium bereits erteilt. Mit zwei Klassen und insgesamt 56 Kindern hat die jüngste Esslinger Realschule, die die frühere Werkrealschule ersetzt und für die sich der provisorische Name Neue Schule eingebürgert hat, 2020 den Unterricht aufgenommen. Sie lernen im sogenannten Neubau aus dem Jahr 2013. Die Schule soll auch in den nächsten beiden Jahren mit jeweils zwei fünften Klassen starten. Ist dann auch das neu gebaute, barrierefreie Schulhaus fertig, könnte die Schule in der Eberhard-Bauer-Straße auch dreizügig werden.

Der Entwurf des Büros „Fritzen 28“, wie ihn die Stadt vor einem Jahr vorgestellt hat, sieht vor, dass sich der Eingangsbereich im Zentrum des Neubaus befindet, mit den Hauptzugängen von den Pausenhöfen. Im Erdgeschoss sind die weiteren Funktionsbereiche so angeordnet, dass sie für unterschiedliche Nutzungen zur Verfügung stehen. So können etwa Musiksaal und Foyer verbunden und als Veranstaltungsraum genutzt werden. Zur Umsetzung des pädagogischen Konzepts wird es eine Vielzahl an weiteren Möglichkeiten durch sogenannte Cluster geben. Diese sind als kleine, überschaubare Einheiten angelegt und können pädagogisch in unterschiedlicher Weise genutzt werden.

Hohe Energieeffizienz

Im Rahmen der Entwurfsbearbeitung wurden die Raumzuschnitte und die Integration der haustechnischen Anlagen mehrfach überarbeitet und optimiert, um alle Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Schulbau zu schaffen, wie Oliver Wannek von der SGE ausführt. Auch der Flächenverbrauch konnte weiter reduziert werden auf nun 4353 Quadratmeter. Die tragenden Außenwandbauteile werden als Leichtbetonkonstruktionen ausgeführt. „Damit entfällt hier der Bedarf an zusätzlichen Dämmstoffen und Abdichtungsschichten, das Gebäude wird mineralisch gedämmt“, so Wannek.

Von Vorteil ist unter anderem der hohe Vorfertigungsgrad der Teile, denn der Zeitplan für das Bauprojekt ist ambitioniert, wie Wannek einräumt. Obwohl das bestehende Gebäude mit eingebunden wird, ist die Haustechnik durch den Fernwärmeanschluss, die Fotovoltaik-Anlage und eine Lüftungsanlage, die pro Cluster individuell gesteuert werden kann, energieeffizient umgesetzt. Die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes 2020 werden um rund 32 Prozent unterschritten, wie es in der Sitzungsvorlage für die Stadträte heißt. Auch die Anforderungen an ein Effizienzgebäude 55 gemäß den Vorgaben der Bundesförderung für effiziente Gebäude werden erfüllt. Im Ausschuss wurde das positiv aufgenommen. „Das ist eine gute Sache. Wir freuen uns über den energetischen Standard, man muss ja immer an die Nachhaltigkeit denken“, sagte Karin Pflüger (CDU). Johanna Renz (Linke) beschäftigte die Frage, ob Kinder und Jugendliche während der Bauarbeiten vorübergehend in Provisorien unterrichtet werden müssen. Das ist laut Stadt aber nicht nötig. Allerdings wird man die Toilettenanlage zeitweise in einem Container unterbringen. Derzeit nutzt die Schule interimsweise Fachräume und die Sporthalle der benachbarten Waldorfschule.

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