Investition in Ludwigsburg Kantine im Kulturzentrum wird umgebaut

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Das Ludwigsburger Kulturzentrum wird in Etappen saniert. Am Dienstag hat der Verwaltungsausschuss grünes Licht für den Umbau der städtischen Kantine gegeben. Die Stadträte befürchten jedoch, dass damit andere Bauvorhaben ins Hintertreffen geraten.

Die  Sanierung des Kulturzentrums würfelt die Prioritäten durcheinander. Foto: factum/Archiv
Die Sanierung des Kulturzentrums würfelt die Prioritäten durcheinander. Foto: factum/Archiv

Ludwigsburg - Das Ludwigsburger Kulturzentrum wird in Etappen saniert. Nach dem Umbau der Stadtbibliothek vor zwei Jahren hatte der Gemeinderat erst vor wenigen Wochen beschlossen, das Foyer umzugestalten. Am Dienstag hat der Verwaltungsausschuss nun auch grünes Licht für die Planung des nächsten Teilabschnitts gegeben: Die städtische Kantine soll samt Lüftungstechnik erneuert und die dazugehörige Glasfassade nach außen geöffnet werden. Künftig sollen die Rathausmitarbeiter die Kantine auch als Pausenraum nutzen können.

Was wird aus der Mehrzweckhalle Oßweil?

Eine funktionelle Verbesserung der Kantine im Kulturzentrum halten auch die Stadträte für nötig. „Dass die Kantine keine besondere Aufenthaltsqualität bietet, ist uns klar“, sagte etwa Margit Liepins (SPD). Sie störte sich jedoch daran, dass die Verwaltung „nur stückchenweise“ präsentiere, wie es im Kulturzentrum weitergehen soll. Elke Kreiser (CDU) fragte, ob die Küche und die Kantine an dieser Stelle überhaupt eine Zukunft hätten. Jochen Eisele (FDP) wollte wissen, ob damit auch eine Steigerung der Kapazitäten einhergehe. Denn bisher essen nach Angaben der Verwaltung dort im Schnitt täglich nur 155 der 1300 städtischen Mitarbeiter.

Der Qualitätsanspruch sei da, die Notwendigkeit einer Sanierung unstrittig, sagte Florian Lutz (FW). Er erinnerte jedoch daran, dass die Rangordnung auf der Prioritätenliste für große Bauvorhaben durcheinander gerate, wenn ein weiteres Projekt dazwischen geschoben werde. Ähnliche Bedenken äußerten auch die Vertreter der übrigen Parteien. Elke Kreiser und Jochen Eisele befürchteten, dass der Bau der seit mehr als einem Jahrzehnt geplanten Mehrzweckhalle Oßweil auf einen der hinteren Plätze abrutschen werde.

Klaus Herrmann (CDU) befürchtet, dass man die zuletzt vor einem Jahr beschlossenen Prioritäten längst aus den Augen verloren hat. Schuld daran seien kurzfristig von der Verwaltung auf die Tagesordnung gehobene Bauprojekte wie die Mensa im alten Stadtbad oder die Umbauten am Bürgerbüro und am Foyer des Kulturzentrums. „Es ist ganz egal, wie wichtig man den Umbau der Kantine findet“, sagte Klaus Herrmann (CDU). „Ich frage mich, was kommt in 14 Tagen?“

Man müsse auch weiterhin eine Rangfolge einhalten und „die Prioritätenliste von vorne nach hinten abarbeiten“, meinte Margit Liepins. Klar sei, dass etwa die neue Grundschule gebaut werden müsse, weil die Kinder da seien. Aber nicht alle Baumaßnahmen, die die Verwaltung in den letzten Monaten vorgeschlagen habe, seien von der gleichen Wichtigkeit. „Im Übrigen hätten wir gern Zahlen“, sagte die SPD-Stadträtin. Sie habe keine Vorstellung von den Summen, die ein Kantinenumbau verschlingen werde, sagte auch Claudia Dziubas (Linke). Damit fehle auch die Basis für eine solide Entscheidung.

Keine Zahlen

Zahlen könne er erst nennen, wenn die Vorplanung abgeschlossen sei, sagte Mathias Weißer, der Leiter des Fachbereichs Hochbau und Gebäudewirtschaft. „Aber was ist, wenn wir nach Abschluss der Vorplanung feststellen, dass der Kantinenumbau ein oder zwei Millionen kostet? Können wir die Sache dann noch zurückstellen?“, fragte Reinhardt Weiss (FW). Die Planer würden beauftragt, mehrere Alternativen zu prüfen, versprach Werner Spec. Noch halte die Verwaltung am Kulturzentrum als Standort für die Kantine fest, sagte der Oberbürgermeister: „Aber so wie jetzt kann die Kantine jedenfalls nicht bleiben.“

In Bezug auf die Prioritätenliste meinte Spec, „die Wirklichkeit holt einen schnell ein“. Das habe man bereits im Jahr 2016 gesehen: Kaum hatte man die Liste verabschiedet, schon gab es Handlungsbedarf bei der August-Lämmle-Schule. Demnächst werde die Verwaltung dem Gemeinderat die überarbeitete Prioritätenliste vorlegen, versicherte der OB. Ein solches Ranking müsse stets fortgeschrieben werden, sagte auch Bürgermeister Konrad Seigfried.

Der Verwaltungsausschuss stimmte der Planung für einen Umbau der städtischen Kantine bei einer Enthaltung zu.