Investitionen für Bäderprojekte Neue Perspektiven für die Bäderstadt

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Das Cannstatter Mineralbad ist saniert. Jetzt geht es um das marode Mineralbad Berg und ein neues Sportbad am Neckar.    

 Foto: Heinz Heiss
Foto: Heinz Heiss

Stuttgart - Frühlingsstimmung in der Stuttgarter Bäderlandschaft: Nach einem Jahr Bauzeit öffnet heute das sanierte Mineralbad Cannstatt wieder seine Pforten. Von Anfang Mai an wird dann die Warmbadehalle im Leuze erneuert. Vielleicht erhält die Stadt schon bald ein neues Sportbad im Neckarpark, die vorliegende Machbarkeitsstudie legt dies nahe. Selbst für das Mineralbad Berg eröffnet sich nach Jahren der Unklarheit endlich eine Zukunftsperspektive. Schließlich wird heute auch das teilweise sanierte Hallenbad Zuffenhausen wiedereröffnet. In den vergangenen zwei Monaten sind dort die sanitären Anlagen für insgesamt rund 450.000 Euro erneuert worden.

Die weißen Fliesen waren gräulich geworden, die farbigen durch das aggressive Mineralwasser nahezu verblasst, die Konstruktion des Glaskuppeldachs stark angegriffen. Das ist Vergangenheit. Das sanierte Mineralbad Cannstatt zeigt sich lichtdurchflutet, die Farben sind wieder kräftig. Rund 3,65 Millionen Euro hat die Erneuerung von Betonflächen, Belägen, Decken, der Haustechnik und der Beleuchtung gekostet. "Das ist ein außerordentlich guter Tag für Bad Cannstatt", befand Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) gestern. Das jetzige Bad ist im Jahr 1994 gebaut worden, aber schon seit 1844 gibt es in Cannstatt eine Badeanstalt, bereits den Römern waren die Mineralquellen bekannt.

Ein Jahr werden die Erneuerungen im Leuze dauern

Der Abschluss der Arbeiten im Mineralbad Cannstatt ist bekanntlich eine schlechte Nachricht für die Leuzeaner. Nun ist der Weg frei für die Sanierung des mit 900.000 Besuchern pro Jahr erfolgreichsten Mineralbads der Stadt. Rund ein Jahr wird die Erneuerung des Warmbadebereichs im Leuze dauern, kosten soll sie 5,2 Millionen Euro. Das Kinderland, die Sauna, die Kaltbadehalle und die Außenbecken des Leuze, das vor 27 Jahren fertiggestellt wurde, bleiben aber geöffnet.

Im Herbst wird der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen über zwei weitere Bäderprojekte entscheiden müssen. Inzwischen liegt die Machbarkeitsstudie für den Bau eines neuen Sportbades mit einer 50-Meter-Bahn am Neckarpark vor. Die Investition würde rund 13,6 Millionen Euro betragen. Für das Projekt werden mehrere Argumente vorgebracht. So soll das Sportbad, das nach einem Vergleich von vier möglichen Standorten im Neckarpark auf einem Gelände neben der Tennishalle des ESV Rot-Weiß Stuttgart entstehen könnte, die Traglufthalle im Untertürkheimer Inselbad überflüssig machen. Diese bietet dort in der kalten Jahreszeit Schülern, Wasserballern und Leistungsschwimmern eine Trainingsmöglichkeit. Doch die ramponierte, 19 Jahre alte Traglufthalle müsste längst durch eine neue ersetzt werden, die 700.000 Euro kosten würde.

Entstehen soll ein neues Sportbad mit Viersternehotel

Sogar sechs Millionen Euro setzen die Gutachter für die Sanierung des alten Hallenbads in Bad Cannstatt an, das in einem sehr schlechten Zustand ist. Durch den Abriss des alten Hallenbades am Neckar könnte die Stadt das Gelände überdies für etwa 1,8 Millionen Euro verkaufen. Das neue Sportbad, das wie das alte Hallenbad auch von Schulklassen genutzt würde, wäre durch geringere Betriebskosten günstiger als die bisherigen Einrichtungen. Und die Sportstadt Stuttgart mit ihrem Bundesstützpunkt Wasserball würde durch die neue Sportstätte mit einer Tribüne für 900 Besucher profitieren. Es könnten dort regionale, nationale und internationale Wettbewerbe der Schwimmer, Wasserballer, der Kunstspringer und der Synchronschwimmer ausgetragen werden.

Und es sieht danach aus, dass auch die Sanierung des maroden Mineralbads Berg bald wieder auf die Tagesordnung des Rats kommt. Nach mehreren misslungenen Versuchen, nebenan ein Hotel und eine Wohnbebauung zu etablieren, sind die laufenden Verhandlungen mit der zum Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken gehörenden GWG (Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau) und der Bietigheimer Wohnbau aussichtsreich. Entstehen sollen ein Viersternehotel mit 200 Zimmern und 65 Wohnungen. Finanzbürgermeister Michael Föll geht davon aus, dass das Doppelprojekt im Mai oder Juni in den zuständigen kommunalpolitischen Gremien behandelt werden kann. Danach wird es darum gehen, wann und in welchem Umfang die Stadt das Mineralbad Berg saniert. Je nach Konzept ist von einer Investitionssumme zwischen zwölf und 24 Millionen Euro die Rede. Allerdings müsse die Erneuerung des Bads "nicht zwingend" zusammen mit dem Hotelbau erfolgen, so Föll.




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