Während vor einem Jahr um diese Zeit die Corona-Inzidenz in Stuttgart gegen null ging, klettert der Wert derzeit stark. Vor allem in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen. Auf Krankenhäuser und Altenheime wirkt sich das noch kaum aus.

Lokales: Mathias Bury (ury)

Eigentlich haben alle gehofft, in den Sommermonaten vom Thema Corona verschont zu bleiben. Doch es ist anders gekommen. Am Donnerstag lag die Inzidenz bei 403 Fällen pro 100 000 Einwohner, bei 506 Neuinfektionen. Derzeit habe man in der Stadt 1827 aktive Infektionsfälle registriert, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Und er erinnert an den Pandemie-Verlauf vor einem Jahr, als die Inzidenz in Stuttgart Ende Juni „gegen null ging“.

Doch die neue, überaus ansteckende Virusvariante und die Pfingstferien erzeugen jetzt ein anderes Bild. Besonders hoch war die Inzidenz in der vergangenen Woche in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen mit einem Wert von 464 Fällen. Erfreulich ist aber, dass insbesondere bei den über 80-Jährigen (Inzidenz 99) und bei den ganz Kleinen (null bis zwei Jahre: 85, drei bis fünf Jahre: 48) die Sieben-Tage-Inzidenz noch vergleichsweise gering ist. Auch Altenpflegeheime sind bisher nur fünf mit insgesamt zehn Infektionsfällen betroffen.

Geringe Hospitalisierungsrate

In den Krankenhäusern wirkt sich die steigende Zahl von Infizierten zum Glück bisher auch nur sehr wenig aus. Die sogenannte Hospitalisierungsrate, die erfasst, wie viele der positiv Getesteten ins Krankenhaus müssen, liege mit 1,5 Prozent auf einem „niedrigen Niveau“, sagt Sven Matis. Auch in Schulen und Kitas sind die gemeldeten Zahlen noch gering.

Auffällig an der jetzigen Lage ist lediglich die sehr hohe Positivquote bei den erfolgten Schnelltests. Diese liege derzeit bei 4,5 Prozent. „So einen hohen Wert hatten wir noch nie“, sagt der Stadtsprecher. Dieser Wert lässt sich aber vielleicht erklären durch die derzeit sehr geringe Zahl an Schnelltests, die gemacht werden. In den drei Wochen des Juni waren es nur rund 114 500, das sind sehr wenige. Zum Vergleich: Im ganzen Januar kamen rund 1,7 Millionen Tests zusammen, noch im März waren es knapp 1,5 Millionen Schnelltests. Es ist anzunehmen, dass derzeit nur zu einer Teststelle geht, wer mit gutem Grund etwa wegen Krankheitssymptomen oder wegen eines positiven Selbsttests sich dazu veranlasst sieht.

Noch viele Teststellen aktiv

Möglichkeiten, sich kostenlos auf Corona testen zu lassen, gibt es in Stuttgart immer noch genug. Die Stadt hat noch immer 246 stationäre und 37 mobile Teststellen registriert. Und es gibt noch zwölf stationäre und 13 mobile PCR-Teststellen. Die Kapazität sei nach wie vor „absolut ausreichend“, betont Sven Matis. Und noch bis Ende Juni stehe jedem Bürger und jeder Bürgerin einmal in der Woche ein kostenloser Schnelltest zu. Das könnte sich aber ändern. Man warte „jeden Tag auf die neue Testverordnung“, sagt der Stadtsprecher.

Das Gesundheitsamt rät Menschen, die bei sich Symptome feststellen, die auf eine Corona-Infektions hindeuten, sich telefonisch an den Hausarzt oder eine Fieberambulanz oder eine Corona-Schwerpunktpraxis zu wenden und sich beraten zu lassen. Bei einem positiven Selbsttest solle man eine der von der Stadt beauftragten Teststellen aufsuchen. Fällt dieser Test auch positiv aus, solle man das Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigen.

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