ExklusivIrritation um Umbenennung Nils Schmid rettet die Weihnachtsfeier

Sein Ministerbüro hatte eine „Jahresabschlussfeier“ angekündigt: Nils Schmid Foto: dpa
Sein Ministerbüro hatte eine „Jahresabschlussfeier“ angekündigt: Nils Schmid Foto: dpa

Exklusiv Eine Terminankündigung hat im Ministerium von Nils Schmid (SPD) Irritationen ausgelöst: Die traditionelle Weihnachtsfeier war darin umbenannt in „Jahresabschlussfeier“. Alles nur ein Missverständnis, beteuert der Minister.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)
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Stuttgart - Die interne Mitteilung des Finanz- und Wirtschaftsministeriums umfasste nur wenige Zeilen, entfachte aber größere Irritationen. „Jahresabschlussfeier 2014, Terminankündigung“ stand als Betreff groß darüber. „Unsere gemeinsame Jahresabschlussfeier“, erfuhren die Mitarbeiter, werde am 15. Dezember um 15 Uhr im Stuttgarter Haus der Wirtschaft stattfinden. Die Einladung des Hausherrn Nils Schmid (SPD) gehe in den nächsten Wochen heraus. Absender: „Ihr Ministerbüro“.

Rätselraten über die Motive

Nicht der alljährlich wiederkehrende Termin wunderte die Belegschaft, sondern die neue Bezeichnung dafür. Die traditionelle Weihnachtsfeier des Ministeriums heiße nun also, religiös neutral, Jahresabschlussfeier? Umgehend wurde die Umbenennung kritisch diskutiert und über die Motive spekuliert. Nehme die Hausspitze damit Rücksicht auf Mitarbeiter anderen Glaubens? Werde die Gleichbehandlung von Christen und Nichtchristen nun auf die Spitze getrieben? Und wie passe das zur Betonung der christlichen Werte in der Landesverfassung? Manche Ministeriale fühlten sich an den Sprachgebrauch der untergegangenen DDR erinnert, die alles Religiöse verbannt habe. Zur Feier gebe es dann wohl „geflügelte Jahresendfiguren“ und „Schokoladenhohlkörper“ wurde gewitzelt. Politisch sei die übertriebene Korrektheit freilich riskant, hieß es im Blick auf ähnliche Vorgänge anderswo: In Hessen etwa gab es größere Aufregung, als eine Kita das Martinsfest in „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ umtaufen wollte, um Kinder anderer Kulturkreise nicht zu diskriminieren.

Minister spricht von „Missverständnis“

Nichts dergleichen, ließ Nils Schmid inzwischen auf StZ-Anfrage klarstellen, habe sein Ministerbüro im Sinne gehabt. Die Terminvormerkung beruhe schlichtweg „auf einem Missverständnis“, das freilich nicht näher erläutert wurde. „Die Weihnachtsfeier heißt natürlich auch weiterhin Weihnachtsfeier“, verkündete Schmids Sprecher. So stehe es in der Einladung, die der Minister soeben abgesegnet habe. Auch der Ablauf werde der gleiche sein wie in den Vorjahren: Erst würden von neuen Mitarbeitern weihnachtliche Geschichten oder Gedichte vorgetragen, dann halte der Minister eine kurze Rede, danke den Beschäftigten und wünsche ein frohes Fest.

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