Islamkritiker Wilders "Er hat norwegisches Blut an den Lippen"

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Die politische Auseinandersetzung um den holländischen Islamkritiker Geert Wilders wird mit aggressiven Tönen geführt.

Geistiger Brandstifter? Der Rechtspopulist Geert Wilders Foto: dpa
Geistiger Brandstifter? Der Rechtspopulist Geert Wilders Foto: dpa

Stuttgart - In den Niederlanden werden die Angriffe auf den Islamkritiker Geert Wilders wegen dessen vermeintlicher Mitschuld an dem Massaker von Norwegen immer schärfer. "Geert Wilders hat norwegisches Blut auf seinen Lippen", behauptet der niederländische Staranwalt Gerard Spong in einem Interview. "Wilders trägt eine Mitschuld am Massenmord von Norwegen." Nach Ansicht des Anwalts "hat Wilders dazu beigetragen, dass die Massenmorde in Norwegen geschehen konnten".

Wilders seinerseits hält dagegen: "Ich werde dämonisiert. Ich habe mit den Morden in Norwegen nichts zu tun. Ich habe nicht den geringsten Beitrag dazu geleistet, dass Anders Breivik sich dazu berufen fühlte, Gewalt anzuwenden", sagt Wilders in der Zeitung "de Telegraaf". "Wenn ein Muslim einen Terroranschlag ausführt, dann hat das nach Meinung der Linken nichts mit dem Islam zu tun. Wenn aber ein Wahnsinniger in Norwegen einen Terroranschlag verübt, dann ist nach Meinung der Linken die PVV und bin ich dafür verantwortlich."

Wilders lehnt jede Mäßigung ab

Die jüngste Reaktion von Wilders ist besonders bemerkenswert. Denn er gebraucht bewusst den Satz: "Ich werde dämonisiert." Es ist derselbe Satz, den der Rechtspopulist Pim Fortuyn im April 2002 aussprach, kurz bevor er von dem militanten Grünen und Tierschützer Volkert van der Graaf getötet wurde. Durch diese Wortwahl erhält die Debatte um die angebliche Mitschuld von Geert Wilders an dem Massenmord des Anders Breivik eine völlig neue Dimension. Denn mit der Behauptung, er werde ,,dämonisiert", impliziert Wilders, dass die Linke ihm den Tod wünsche wie weiland Pim Fortuyn.

Wilders wirft namentlich dem Spitzenpolitiker der Sozialdemokraten Job Cohen vor, dass dieser ihn "dämonisiere". Cohen hatte Wilders nach den Morden in Norwegen aufgefordert "ein paar Töne leiser zu singen" und seine Islamkritik "zu mäßigen". Wilders lehnt das jedoch strikt ab. Anders Breivik hatte Wilders in seinem wirren "Europa-Manifest 2083" mehrere Male positiv erwähnt und den niederländischen Rechtspopulisten als "einzigen echten Konservativen in Europa" bezeichnet.

Schützenhilfe erhält der 47-Jährige von seinem politischen Ziehvater, dem ehemaligen EU-Kommissar, Ex-Verteidigungsminister und Ex-Chef der niederländischen Liberalen, Frits Bolkestein. Der 78-jährige Bolkestein stellt kategorisch fest: "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Wilders und dem Massenmörder Breivik."




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