Italien kommt nicht zur Ruhe Starke Erdbeben erschüttern Mittelitalien

Von red/AP 

Mittelitalien ist erneut von einem Erdbeben erschüttert worden. Mehrere Institute meldeten, das Beben sei in den Abruzzen sowie in den Regionen Marken und Latium und damit auch in Rom zu spüren gewesen.

Im italienischen Accumoli bebte Ende August 2016 die Erde. Mindestens 250 Menschen kamen dabei ums Leben (Archivfoto). Foto: dpa
Im italienischen Accumoli bebte Ende August 2016 die Erde. Mindestens 250 Menschen kamen dabei ums Leben (Archivfoto). Foto: dpa

Rom - Mittelitalien ist innerhalb von nur einer Stunde von einer Serie von drei starken Erdbeben heimgesucht worden. Nach ersten Erkenntnissen habe es keine Toten gegeben, sagte Ministerpräsident Paolo Gentiloni am Mittwoch nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Dieselbe Region wurde im vergangenen Jahr bereits von einem heftigen Erdbeben erschüttert.

Es sei ein schwieriger Tag für Italien, sagte Gentiloni. „Glücklicherweise sieht es so aus, als ob es keine Toten gegeben hat.“ Da in Zentralitalien derzeit mehr als ein Meter Schnee liegt, kamen die Einsatzkräfte nur langsam voran.

Die Beben, die ihr Epizentrum in der Region L’Aquila hatten, seien bis in die Hauptstadt Rom zu spüren gewesen, sagte der am Dienstag neu gewählte Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani. Aber es gebe anscheinend keine Opfer.

In Rom wurde vorsorglich die U-Bahn geschlossen, Eltern holten ihre Kinder von den Schulen ab. Das erste der drei Beben ereignete sich nördlich der Stadt Amatrice und hatte eine Stärke von 5,3, wie die US-Erdbebenwarte USGS in Virginia mitteilte. Anschließend hätten sich ein weiteres mit der Stärke 5,7 und nochmals eines mit der Stärke 5,3 ereignet. Nachbeben erschütterten das Gebiet.

Bürgermeister: „Die Lage wird wirklich extrem“

Die gebirgige Region etwa 100 Kilometer nordöstlich von Rom war im vergangenen Jahr von mehreren schweren Erdbeben heimgesucht worden. Fast 300 Menschen kamen damals ums Leben. In der Gemeinde Amatrice wurden damals viele Gebäude zerstört und beschädigt. Beim Beben am Mittwoch stürzte dort ein Kirchturm um.

Mehrere Städte und Dörfer in dem Erdbebengebiet hatten bereits in den vergangenen Tagen Alarm geschlagen, dass sie vom Strom abgeschnitten und eingeschneit seien. Das Erdbeben verschlimmerte die Situation noch. Das Mobilfunknetz brach teilweise zusammen, weshalb Notrufe nicht möglich waren und einige Bewohner in Panik ausbrachen.

„Die Lage wird wirklich extrem“, sagte der Bürgermeister der Stadt Canzano, Franco Campitelli. „Es schneit sehr. Es gibt keine Elektrizität. Wir hoffen, dass die Armee hier schnell mit Schneepflügen eintrifft, sonst laufen wir Gefahr, ganz isoliert zu werden“, sagte Campitelli dem TV-Sender Sky TG24.

Viele Straßen seien schon vor dem Erdbeben wegen des Schnees gesperrt gewesen, sagte der Bürgermeister von Capitagno, Maurizio Pelosi. Ein Angestellter eines Hotels, Giuseppe Di Felice, sagte dem italienischen Staatsradio, Menschen könnten ihre Häuser nicht verlassen. Die Lage sei „apokalyptisch“.