ITEC in Stuttgart Rüstungsgegner protestieren gegen Militärmesse

Von red/dpa 

Am Dienstag startet die Militärmesse ITEC in Stuttgart. Die Organisation „Ohne Rüstung Leben“ und die Kirche kritisieren die Messe.

Schon beim Ostermarsch wurde gegen die Rüstungsmesse protestiert. Foto: dpa
Schon beim Ostermarsch wurde gegen die Rüstungsmesse protestiert. Foto: dpa

Stuttgart - Vor dem Start der Militärmesse ITEC planen Rüstungsgegner in Stuttgart am Samstag in der Innenstadt eine erste Protestaktion. Bei der Messe werde der Krieg simuliert, kritisierte Paul Russmann von der Organisation „Ohne Rüstung Leben“. In der Innenstadt ist ein „Antimilitaristischer Aktionstag“ mit mehreren Aktionen unter dem Motto „ITEC in Stuttgart stoppen“ geplant.

Das Wirtschaftsministerium hatte die Messe im Vorfeld gegen Kritik verteidigt. Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hatte erklärt, die ITEC widerspreche nicht den Grundsätzen, die sich die Landesregierung als Miteigentümerin der Messe gesetzt habe. Es würden keine Waffen ausgestellt, sondern Trainings- und Simulationssoftware, etwa für Feuerwehr, Polizei und Militär, gezeigt. Zudem sei die Entscheidung für die ITEC allein Sache der Geschäftsführung der Messe Stuttgart GmbH gewesen. Die ITEC wird von einem externen Veranstalter auf dem Gelände der Messe organisiert.

Wir haben Paul Russmann vorab interviewt und gefragt, warum er die Ausrichtung der ITEC in Stuttgart kritisch sieht:

Mahnwache vor der Messe

Die Messe startet am kommenden Dienstag und geht bis Donnerstag. Vor dem Eingang soll dann rund um die Uhr eine Mahnwache stattfinden. An ihr sollen tagsüber bis zu 50 Personen teilnehmen, wie eine Sprecherin der Stadt Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Es gebe keine Hinweise auf gewalttätige Aktionen, sagte ein Sprecher der zuständigen Polizei in Reutlingen. Vor der geplanten Veranstaltung hatten sich die Messe Stuttgart und Vertreter von Protest-Initiativen getroffen. „Wir respektieren die Meinung der ITEC-Gegner“, sagte ein Messesprecher.

Kritik kam auch von kirchlicher Seite. Unter anderem hatte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July das Land und die Stadt aufgefordert, die Messe künftig nicht für die ITEC und andere Rüstungs- und Waffenmessen zur Verfügung zu stellen.