Krimikolumne

J. Meade Falkner: „Moonfleet“ Unter Schmugglern

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Mal wieder ein zündender, süffiger Abenteuerroman gefällig? J. Meade Falkner entführt seine englischsprachigen Leser seit bald 120 Jahren ins 18. Jahrhundert, wo es vor Schmugglern und sonstigen dunklen Gestalten nur so wimmelt. Sehr spannend.

John Meade Falkner führte ein sehr bewegtes Leben. Foto: Archiv
John Meade Falkner führte ein sehr bewegtes Leben. Foto: Archiv

Stuttgart - Lehrer, Privatlehrer, Waffenfabrikant, Honorarprofessor für Paläografie und – Abenteuerschriftsteller. Dieser John Meade Falkner (1858 bis 1932) muss ein ziemlich außergewöhnlicher Mensch gewesen sein. Und außergewöhnlich ist auch sein Roman „Moonfleet“, ein Abenteuerschinken feinster Provenienz.

Der Friedensrichter als übler Patron

Falkner erzählt die Geschichte des Waisen John Trenchard, der Mitte des 18. Jahrhunderts in einem Küstennest aufwächst. John lebt bei seiner Tante, einer bigotten alten Jungfer, und wie jeder normale Junge hat mehr Sinn für die spannende Schmugglerszene in seinem Dorf als für frommen Vorlesestunden zuhause. Nachdem er sich mit seiner Tante überworfen hat, zieht John zu Elzevir Block, der nicht nur Wirt des „Why not?“ ist, sondern auch der örtlichen Schmugglerszene vorsteht. Unglücklicherweise kommt Mr. Maskew – Friedensrichter und ziemlich übler Patron – den Schmugglern auf die Schliche, beim Zusammentreffen wird er versehentlich von seinen eigenen Soldaten erschossen.

Es kommt immer noch schlimmer

John und Elzevir müssen unter Mordverdacht fliehen, nicht ohne unter gefährlichen Umständen einen verstecken Diamanten zu bergen, den sie in den Niederlanden zu Geld machen wollen. Doch wie so oft in diesem Buch kommt es ganz anders gedacht, heißt: es wird schon wieder um eine ganze Ecke schlimmer.

„Moonfleet“, sagt der Liebeskind Verlag, „gehört in der englischsprachigen Welt seit Generationen zu den meistgelesenen Büchern.“ Wenn einen die handlungs- und spannungsreiche Erzählung erst einmal in ihren Bann geschlagen hat, wundert einen das nicht. John Meade Falkner ist ohne weiteres auf einer Höhe mit einem, sagen wir, Robert Louis Stevenson – nichts wie auf zur Entdeckungstour!

John Meade Falkner: „Moonfleet“, Roman, Aus dem Englischen von Michael Kleeberg, 352 Seiten, 24 Euro, Liebeskind Verlag