InterviewJahr der Biene im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald Bienenhilfe beginnt auf dem Balkon

Von  

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald widmet dieses Jahr den Bienen. Veranstaltungen, Infostände und weitere Aktionen sollen auf die Bedeutung der fleißigen Pollensammler aufmerksam machen. Wie der Naturpark bienenfreundlicher werden soll, berichtet Meika Bakker im Interview.

Noch bis Mai ist der Bienenstock im Naturschutzzentrum verwaist. Dann kann Meika Bakker die fleißigen Insekten beobachten. Foto: Stoppel
Noch bis Mai ist der Bienenstock im Naturschutzzentrum verwaist. Dann kann Meika Bakker die fleißigen Insekten beobachten. Foto: Stoppel

Murrhardt - Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald hat das Jahr 2017 zum Bienenjahr erklärt. Die Mitarbeiterin Meika Bakker erläutert, wie es dazu kam und was in den kommenden Monaten alles passieren soll.

Frau Bakker, haben Sie schon die ersten Bienen fliegen sehen?
Nein, hier in der Gegend noch nicht. Im Naturparkzentrum haben wir auch einen Bienenstock, aber der wird erst im Mai von einem Imker bestückt.
Berührungspunkte zwischen Naturpark und Bienen gibt es also, aber wieso wird den Insekten ein ganzes Jahr gewidmet?
Zum einen spielen die Bienen eine große Rolle für unsere Landschaft. Zum anderen denken wir, dass sich dieses Thema eignet, um die verschiedenen Aspekte herauszuarbeiten, die der Naturpark bespielt: Naturschutz, Umweltbildung und Direktvermarktung. Wir möchten die Öffentlichkeit für die faszinierende Welt der Honig- und Wildbienen begeistern. Zudem möchten wir Menschen etwa darüber informieren, was der Einsatz von Pestiziden für Auswirkungen auf Insekten hat. Und dann sehen wir das Bienenjahr als den Beginn für die Reise in Richtung blühender Naturpark.
Was genau verbirgt sich dahinter?
Wenn in zwei Jahren die Bundesgartenschau in Heilbronn und die Remstal-Gartenschau stattfinden, dann möchten wir als blühender Naturpark dazwischen liegen. Dafür wollen wir möglichst viele unserer 48 Naturpark-Gemeinden ins Boot holen. Das Ziel ist, artenreiche, ökologisch bedeutsame Wiesen anzulegen. Dabei wollen wir mit den Naturschutzverbänden, Imkervereinen und Landwirten zusammenarbeiten. Im Naturpark Südschwarzwald und im Naturpark Schwarzwald Mitte-Nord gibt es diese Kampagnen bereits.
Warum sind Bienen wichtig für den Naturpark, und ist der Rückgang schon zu spüren?
Unsere wertvolle Landschaft ist auf Bienen angewiesen, vor allem auch die vielen Streuobstwiesen. Deswegen möchten wir die fleißigen Pollensammler der Bevölkerung näherbringen. Der Rückgang ist hier noch nicht so spürbar, was sicherlich auch daran liegt, dass wir in der Landwirtschaft noch kleinere Strukturen haben als etwa in den USA. Aber auch hier fehlt den Bienen Nahrung, wenn es zu wenig artenreiche Wiesen gibt.
Gibt es denn konkrete Ideen, wie die Lebensbedingungen der Bienen verbessert werden können?
Die eine Idee ist eben, bienenfreundliche Wiesen aus regionalem Saatgut anzulegen. Und dann möchten wir möglichst viele Menschen über Bienen informieren. Wenn wir eine Förderzusage dafür bekommen, dann wollen wir eine Broschüre herausgeben. In dieser soll zum Beispiel darüber informiert werden, wie man Bienen unterstützen kann oder welche Honigarten es gibt. Und wir möchten auf die vielen Veranstaltungen hinweisen, die wir vor allem in der Bienensaison zwischen April und September planen: Wir möchten Filme über Bienen zeigen, einen Bienen-Infostand auf den Naturparkmärkten aufbauen und andere Aktionen mit den Naturparkführern und den Imkervereinen anbieten.
Wie haben denn gerade die Imker auf das Themenjahr reagiert?
Insgesamt beteiligen sich elf Imkervereine aus dem Naturpark. Sie haben uns ganz verschiedene Veranstaltungen gemeldet – das Angebot reicht von Schauimkern über Vorträge und Führungen bis hin zu Imkerkursen. Sie sind sehr offen und dankbar für die Plattform. Zudem haben wir etwa hundert Imker angeschrieben, die selbst Honig vermarkten – in der geplanten Broschüre sollen sie sich und ihren Honig aus dem Naturparkgebiet vorstellen können.
Was kann denn jeder Einzelne Gutes für die Bienen tun?
Das fängt auf dem eigenen Balkon oder im eigenen Garten an: Im Grunde reicht schon ein Blumenkübel mit bienenfreundlichen Pflanzen. Da bieten die Umweltverbände entsprechende Tipps zur Auswahl der richtigen Pflanzenarten sowie Bauanleitungen für artgerechte Wildbienen-Nisthilfen an. Und dann kann man regionalen Honig kaufen, um die Imker vor Ort zu unterstützen. Oder im Laden auf ökologische Lebensmittel zurückgreifen, bei deren Herstellung keine Pestizide eingesetzt werden, die den Bienen schaden.
Was erhoffen Sie sich denn von dem Jahr der Biene?
Wir möchten die Menschen begeistern und ein Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen schaffen. Viele wissen gar nicht, warum es wichtig ist, sie zu schützen. Auch ich selbst finde die Tiere immer faszinierender, je mehr ich durch das Themenjahr über die fleißigen Insekten erfahre.



Unsere Empfehlung für Sie