Jahr des Automobils Autonome Autos auf der Überholspur

Von Eckart Granitza 

Noch muss der Beifahrer auf den Verkehr achten. Doch Forscher arbeiten an intelligenten Fahrzeugen, die sich selbstständig bewegen können.

Bereits jetzt gibt es Fahrzeuge, die sich selbstständig im Straßenverkehr bewegen können. Ein Beifahrer ist nur noch bei technischen Problemen erforderlich.  Foto: TU Braunschweig
Bereits jetzt gibt es Fahrzeuge, die sich selbstständig im Straßenverkehr bewegen können. Ein Beifahrer ist nur noch bei technischen Problemen erforderlich. Foto: TU Braunschweig

Stuttgart - Einsteigen, zurücklehnen, entspannen - so bequem könnte das Autofahren mit einem selbstfahrenden Wagen künftig aussehen. Im autonomen Fahren liegt für viele technikbegeisterte Ingenieure die Zukunft des Automobils. So wundert es nicht, dass die verschiedensten Firmen, Universitäten und auch das Militär auf der ganzen Welt an autonomen Fahrsystemen forschen. So verkündete Google Ende vergangenen Jahres, dass seine autonomen Fahrzeuge mehr als 140.000 Meilen (etwa 225.000 Kilometer) auf den öffentlichen Straßen Kaliforniens abgespult hätten - in aller Heimlichkeit, da der Suchmaschinengigant offenbar nicht alle technischen Innovationen in seinen Autos veröffentlicht sehen will.

Auch in Deutschland gibt es einige Universitäten, die an autonomen Fahrzeugen forschen. So haben Entwickler von der Technischen Universität (TU) Braunschweig im Oktober 2010 auf dem Braunschweiger Stadtring eine Testfahrt im belebten Stadtverkehr mit einem autonomen Auto absolviert. Dabei hat das Braunschweiger Auto mit dem Namen "Leonie" bei Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometer pro Stunde auf der zweispurigen Fahrbahn des Stadtrings sowohl die Spur halten können, als auch Hindernisse beachtet. Leonie konnte bei der Testfahrt problemlos Abstände zu anderen Autos kontrollieren und ihre Geschwindigkeit dem fließenden Verkehr anpassen. Nur rote Ampeln konnte sie nicht erkennen.

Mit dem Laserscanner in die Autobahn einfahren

Aber einer der Entwickler, Bernd Lichte von der TU Braunschweig, sieht darin kein prinzipielles Problem: "Die Ampeln müssten nur mit einem funktionierenden WLAN-System ausgerüstet werden und könnten dann ihren Status an das autonome Auto übertragen."

Noch weiter hinaus wollen die Informatiker von der Freien Universität (FU) Berlin um den mexikanischen Professor Raól Rojas. Im Mai soll ihr intelligentes Auto, ein eher unscheinbarer Passat mit einem Laserscanner auf dem Dach, elf Kilometer auf der Berliner Avus (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) zurücklegen und auch die Auf- und Abfahrt von der Autobahn ohne menschliche Hilfe bewältigen.