Jahresrückblick 2023 für Rutesheim Das Thema Energie steht oben auf der Prioritätenliste

Die Bürger werden über das Thema Windkraft informiert. Foto: Jürgen Bach

Die Stadt Rutesheim macht sich zukunftsfähig und hat im vergangenen Jahr einige Projekte vorangebracht. Auf dem Weg ist unter anderem eine Heizzentrale.

Wenn die Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier (parteilos) auf das kommunale Geschehen im Jahr 2023 zurückblickt, hatte für sie und ihren Ersten Beigeordneten Martin Killinger vor allem ein Themenkomplex höchste Priorität: Energiesparen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. „Das erfordert unser Klima sowie die Sicherheit der Versorgung“, sagt sie.

 

Alle Möglichkeiten nutzt die Verwaltung, um Photovoltaikanlagen zu installieren. Allerdings: Noch immer kämpft Widmaier für eine große Anlage entlang der Autobahn – auf der Südseite des straßenabgewandten Lärmschutzwalls. Hier hat sie selbst schon einige Energie aufgewendet. Nach einem Antrag an die Autobahn GmbH des Bundes hatte sie eine Absage bekommen, und trotz politischer Unterstützung von verschiedenen Seiten blieb der Erfolg aus. Nach dem Motto: Außer Reden nichts gewesen. Mit der Windkraft wird sich Rutesheim in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen müssen. „Wir brauchen erneuerbaren Strom auch in der Nacht und wenn tagsüber keine Sonne zu sehen ist“, sagt die Bürgermeisterin. Für den notwendigen Bau von Windrädern sei die Exklave Perouse ein Glücksfall. Als Projektentwickler sprang iTerra an Bord. „Der ist bei den Pachtverträgen gut vorangekommen.“ Bei einer Veranstaltungen im vergangenen Jahr wurde die Öffentlichkeit über die städtischen Pläne informiert.

Bürger bringen sich im Klimabeirat ein

Sich aktiv einbringen – dazu haben die Rutesheimerinnen und Rutesheimer im Klimabeirat die Möglichkeit. „Viele gute Ideen sind bereits entstanden, engagiert angegangen und umgesetzt worden“, freut sich Susanne Widmaier über das Engagement. Für den 15. Juni in diesem Jahr plant die Stadtverwaltung eine Klima-Messe. Ganz oben auf der Rutesheimer To-do-Liste: eine klimafreundliche, zuverlässige und bezahlbare Nahwärmeversorgung zu garantieren. Hierfür wurden bereits Ende des Jahres 2022 die Stadtwerke Rutesheim gegründet. Im vergangenen Jahr gab der Gemeinderat grünes Licht für den Neubau der ersten Heizzentrale und auch für die kommunale Wärmeplanung. Was dahinter steckt? Die Rutesheimer Wärmeversorgung soll künftig nach und nach in möglichst vielen Bereichen der Stadt auf der Basis erneuerbarer Energien gesichert werden.

Klimafreundlich: das Rutesheimer Mobilitätskonzept

Das Netz wird zunächst für das Rutesheimer Schulzentrum und auf dem geplanten Wohnquartier auf dem ehemaligen Bosch-Areal aufgebaut werden. Auch die Anlieger der Robert-Bosch-Straße sollen im ersten Schritt davon profitieren können.

In die Kategorie klimafreundlich, zuverlässig und bezahlbar ordnet Susanne Widmaier auch das Thema Stadtentwicklungsplan (STEP) und das Rutesheimer Mobilitätskonzept ein – das nach intensiver Bürgerbeteiligung im Frühjahr 2022 final beschlossen wurde. Dazu zählt die Bürgermeisterin auch den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen – 2023 sind drei weitere hinzugekommen. Neu gestartet ist der VVS-Rider – der Kleinbus auf Abruf wurde als Pilotprojekt im Landkreis Böblingen in Rutesheim und Renningen ins Leben gerufen. Ein weiterer nachhaltiger Baustein sei, so Widmaier, der Umweltverbund mit ÖPNV, Fahrrad und Fußgängern. Die Kommune beteiligte sich zudem sehr intensiv beim umweltfreundlichen Stadtradeln.

Möglichst nachhaltig soll auch im Rutesheimer Stadtwald gewirtschaftet werden. Deutschlandweit leiden die Wälder unter der extremen Trockenheit durch zu wenig Niederschlag, gepaart mit steigenden Temperaturen. Daher pflanzt der Forst verstärkt junge und resistente Bäume in großer Vielfalt, die dem Klimawandel standhalten sollen.

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