Jahrhundertfeier Orte für den Frieden

Von red 

Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Entlang der früheren Kriegszonen vom Elsass aus, über Reims, an Paris vorbei bis in den Norden Frankreichs sind Museen und Gedenkstätten entstanden, die heute ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft, Völkerverständigung und des Friedens stehen.

Das deutsch-französische Historial am Hartmanswillerkopf  Foto: AAA - Ill Prod 5 Bilder
Das deutsch-französische Historial am Hartmanswillerkopf Foto: AAA - Ill Prod

Nahe der deutsch-französischen Grenze liegt der Hartmannswillerkopf (frz. Vieil Armand) bei Uffholz-Wattwiller, der während des Kriegs eine umkämpfte strategische Stellung war.

Heute ist der Berg mit der Gedenkstätte ein Ort mit pädagogischen und kulturellen Aktivitäten. Neben dem nationalen Denkmal befindet sich das im August 2017 eröffnete erste deutsch-französische Historial, in dem der Gebirgskrieg in den Vogesen thematisiert wird. Ein Lehrpfad führt zu den gut erhaltenen Schützengräben und Schlachtfeldern.

Deutsch-französische Freundschaft

Das Memorial Museum in Fleury-devant-Douaumont erklärt und erzählt die Geschichte der Schlacht von Verdun. Der Rundgang durch das neue Museum stellt die französischen und deutschen Soldaten in den Vordergrund. Über 2000 Sammlerstücke, teilweise bisher unveröffentlichte Fotos, Erfahrungsberichte von Soldaten und audiovisuelle Medien vermischen sich zu einer eindrücklichen Darstellung der Gefechte um Verdun.

In unmittelbarer Nähe steht das Beinhaus von Douaumont, ein Ort der Besinnung: Kloster, Kapelle, Friedhof. Hier finden sich die Überreste von 130.000 nicht identifizierten Menschen, Franzosen wie Deutschen. Die Erinnerungsstätte steht heute ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft. Im September 1984 besuchten der französische Präsident François Mitterrand und der deutsche Kanzler Helmut Kohl gemeinsam das Memorial.

La Main de Massiges bei der Gemeinde Massiges auf halbem Weg zwischen Verdun und Reims ist eine Region, in der 1915 heftige Kämpfe stattfanden. Die Hügelkette gleicht einer Hand mit fünf Fingern, auf jedem errichteten deutsche Truppen eine Bastion. Die damals angelegten Schützengräben und Unterstände wurden wieder ausgegraben, aufwendig restauriert und geben nun ein authentisches Bild der damaligen Situation wieder und zeigen, mit welcher Technik und Anstrengung der Krieg geführt wurde.

Die Caverne du Dragon (dt., „Drachenhöhle“), etwa 35 Kilometer nordwestlich von Reims gelegen, ist ein ehemaliger Kalksteinbruch, in dem während des Krieges eine 14 Meter unter der Erde gelegene Kaserne gebaut wurde. Sie gibt einen Einblick in die Lebensbedingungen der französischen und deutschen Soldaten.

Eisenbahnwaggon mit Geschichte

Nach einer guten Stunde Autofahrt weiter Richtung Westen erreicht man die Lichtung im Wald von Compiègne der Gemeinde Rethondes. Unweit von Paris erinnert ein kleines Museum an die Unterzeichnung des Waffenstillstandes am 11. November 1918 um 11 Uhr in einem Eisenbahnwaggon. In dem gleichen Waggon nahm Adolf Hitler 1940 die Kapitulation Frankreichs im Zweiten Weltkrieg entgegen. Das neu gestaltete Museum wurde im März dieses Jahres wieder eröffnet und zeigt auf 500 Quadratmetern die wechselhafte Geschichte dieses Ortes. Der heute zu besichtigende Waggon ist jedoch ein Nachbau.

Péronne liegt am Fluss Somme, einem Hauptgebiet des Kriegsgeschehens. Hier eröffnete 1992 im Schloss das Historial de la Grande Guerre, ein sozial- und mentalitätsgeschichtlich orientiertes Museum: Wie erlebten die unterschiedlichsten Menschen den Krieg? In fünf großen Ausstellungssälen werden die Vorkriegszeit, die Hochphase und die Nachkriegszeit dargestellt. Anhand von originalen Exponaten erhält man Einsicht zum einen in das Leben der Soldaten an der Front und zum anderen in den Alltag der Bürger verschiedener Länder.

Zum Jahrestag des Kriegsendes am 11. November wurde 2014 der „Ring der Erinnerung“ eingeweiht. Das internationale Mahnmal steht teilweise schwebend bei Ablain-Saint-Nazaire unweit von Lens auf einem Hang und erinnert an die zwischen 1914 und 1918 in Nordfrankreich gefallenen Soldaten. In die Innenseite des ringförmigen Kunstwerks sind die Namen von fast 580 000 Soldaten in alphabetischer Reihenfolge eingraviert – gleich welcher Nation, welchen Grades oder welcher Religion.

Das Ziel ist, die Zeitgenossen zu ermahnen, sich an die Gräuel des Ersten Weltkriegs zu erinnern und gemeinsam die zerbrechliche Errungenschaft des Friedens zu bewahren und zu schützen.


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Rendez-vous en France Ausgabe 2018

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