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Jakob Ogawa in Stuttgart Musik für sonnige Gemüter

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Das Stuttgarter Kulturzentrum Merlin hat am Donnerstagabend zur nächsten Runde Psychedelic Pop eingeladen - diesmal den Norweger Jakob Ogawa, der ein sonniges Gemüt und den bislang nicht bekannten Bruder von Kevin Kuhn mitbrachte.

Jakob Ogawa hat am Donnerstag im Merlin ein sehr schönes Konzert gespielt. Sein Schlagzeuger ... Foto: Jan Georg Plavec 6 Bilder
Jakob Ogawa hat am Donnerstag im Merlin ein sehr schönes Konzert gespielt. Sein Schlagzeuger ... Foto: Jan Georg Plavec

Stuttgart - Wenn der Mensch sich über Musik ausdrückt, dann hat Jakob Ogawa ein überaus sonniges Gemüt. In seiner Heimat Norwegen mag die Sonne derzeit nur für wenige Stunden am Tag zu sehen sein - der junge Musiker und seine Band spielen warmen, leuchtenden Psychedelic Pop. Sein Gesang schwebt über einem flauschigen Klangteppich und dass der DX7-Synthesizer klingen kann wie ein blau glitzerndes Meer, hatte man sich auch noch nicht überlegt.

Das sind so die Bilder, die einem bei diesem erfreulich runden und angenehm zurückhaltend vorgetragenen Konzert in den Kopf kommen. "Wie eine warme Brise in einer kalten Winternacht", heißt es im Werbetext. Richtig, und diese warme Brise haben wir weiterhin nötig. Vielleicht bucht das Merlin deshalb so eifrig die ganzen Neo-Psychedelic-Künstler, deren Melodien uns das Leben einen Abend lang ganz leicht vorkommen lassen? Zu Songs wie "All Your Love" kann man bestens abheben, auch wenn sie im Merlin live gespielt eine Spur bodenständiger rüberkommen als in der Studiovariante.

Das liegt auch an Ogawas Schlagzeuger, bei dem der geneigte Stuttgarter Konzertgänger einfach nicht wegdenken kann, dass er wie Kevin Kuhns jüngerer Bruder aussieht und sogar spielt. Klar ist: wenn der Nerven-Drummer in einer Psychedelic-Band spielen würde, so sähe das aus und so würde es klingen.

Mit dem Konzert festigt das Merlin seinen Status als Anlaufstelle Nummer eins für aktuelle Psychedelic-Bands. Das Booking wird gerade so dosiert, dass man nicht zu viel kriegt. Die Vorband Cebra etwa hatte man zuletzt im August auf der Bühne im Westen gesehen. Das Merlin bedient damit eine kleine, aber treue Fangemeinde und macht genau das, was in der Diskussion um Stuttgarter Popförderung derzeit wieder gefordert wird: eine Plattform aufbauen, auf der auch Eigengewächse gedeihen können.

Jakob Ogawa erzählt nach dem Konzert, er werde 2018 wieder in Stuttgart auftreten. Gut so, denn Menschen mit sonnigem Gemüt tun immer gut.