Japan-Quiz zu Olympia Kann man Fuji essen?
Was Sie schon immer über Japan wissen wollten, aber nie zu fragen gewagt haben. Land, Leute, Geschichte und Kurioses – lernen Sie Japan kennen in unserem Quiz.
Was Sie schon immer über Japan wissen wollten, aber nie zu fragen gewagt haben. Land, Leute, Geschichte und Kurioses – lernen Sie Japan kennen in unserem Quiz.
Stuttgart/Tokio - Im östlichsten Land Asiens finden von Freitag an die Olympischen Sommerspiele statt. Ein Jahr später als ursprünglich geplant und wegen der Coronapandemie auch ohne Zuschauerbeteiligung. Das Sportliche von Olympia ist einigermaßen klar, aber was wissen wir eigentlich von Land und Leuten? In unserem Japan-Quiz stellen wir Fragen, geben auch gleich die Antworten und wir zeigen Ihnen Japan aus Blickwinkeln, die Sie vielleicht noch nie betrachtet haben.
Japans Nationalflagge gehört zu den wohl bekanntesten der Welt, denn sie ist so simpel: ein roter Kreis auf weißem Grund. Dieser Fahne schuldet das Land auch seinen internationalen Spitznamen „Land der aufgehenden Sonne“.
1. Warum eigentlich?
2. Aber ist diese Flagge nicht höchst kontrovers?
3. Und was ist mit den Chrysanthemen? Sind die nicht auch ein Symbol Japans?
Lösung
1. Es liegt auf der Hand: Der rote Kreis steht für die Morgensonne. Japan, mit dem Pazifischen Ozean zu seiner Ostseite, symbolisiert sich damit als Land der aufgehenden Sonne.
2. Kontrovers ist heutzutage die Variation der Flagge, bei der vom Kreis aus Richtung Ecken rote Strahlen führen. Diese Version wurde und wird von der japanischen Marine genutzt. Wegen Japans Eroberungskrieg zur See bis 1945 wird dieses Symbol in Asien heute nicht gern gesehen.
3. Die 16-blättrige Chrysanthemenblüte ist das Symbol des Kaiserhofs. Der Thron wird daher häufig „Chrysanthementhron“ genannt. Auch auf japanischen Reisepässen ist das Symbol zu sehen.
Große Literatur, die auch die Welt interessiert, wird in Japan schon lange geschrieben. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Natsume Soseki unter anderem für „Kokoro“ zu einer Berühmtheit der japanischen Moderne; heute ist Haruki Murakami Japans größter Literaten-Star (u. a. „Naokos Lächeln“, „Kafka am Strand“, „1Q84“).
Den größten Preis hat Murakami aber noch nicht gewonnen. Und er wird es vielleicht auch nie schaffen, stöhnen seit 2017 seine Fans. In jenem Jahr nämlich ging der Literaturnobelpreis an Kazuo Ishiguro (u. a. „Was vom Tage übrigblieb“), sodass Jahrzehnte vergehen könnten, bis wieder ein Autor aus Japan dran wäre.
1. Was macht Kazuo Ishiguro zu einem in Japan untypischen Autor?
2. Ein weiterer Autor, der als Anwärter auf den Nobelpreis galt, ihn aber nie gewann, ist Yukio Mishima. Wohl auch aus Enttäuschung hierüber nahm er sich 1970 in der Öffentlichkeit das Leben. Stimmt das?
3. Ein japanischer Nobelpreisträger ist Yasunari Kawabata. Für welche seltsame Vorliebe ging dessen Protagonist Eguchi in die Literaturgeschichte ein?
Lösungen
1. Mindestens zwei Dinge: Zunächst zog der in Nagasaki Geborene als Kind nach England und ist heute britischer Staatsbürger. Entsprechend schreibt Ishiguro auf Englisch. Ins Japanische wird er übersetzt.
2. Richtig. Mishimas literarisches Werk war schon früh gekennzeichnet durch eine Faszination für den Tod. Als er über seine letzten Lebensjahre zum Ultranationalisten wurde, beging er nach einer Rede vor Soldaten „seppuku“ – Selbstmord durch ein in den Bauch gerammtes Messer.
3. Der alte Eguchi ist die Hauptperson in dem 1961 erschienenen Roman „Die schlafenden Schönen“. Darin besucht er ein Freudenhaus mit Frauen im Tiefschlaf. Eguchi nimmt jede einzelne unter die Lupe und stellt sich dabei so einiges vor.
Die Menschen in Japan sprechen von ihrem Land oft als „homogene Gesellschaft.“ Damit dieses Bild stimmig scheint, werden die Ähnlichkeiten betont und über Verschiedenheiten wird hinweggesehen. Dabei ist das Land auch ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Kein Wunder, das Land erstreckt sich immerhin quasi über drei Klimazonen, vom kalten Hokkaido bis zum subtropischen Okinawa.
1. Wie hoch ist der Ausländeranteil in Japan?
2. Auf den südlich gelegenen Inseln der Präfektur Okinawa spricht man kein Japanisch. Stimmt das?
3. Wo wurde im Zuge der Olympischen Spiele ein Museum eröffnet, das auch den Mythos der homogenen Gesellschaft infrage stellt?
Lösungen
1. Nur etwas mehr als zwei Prozent der Bevölkerung haben einen ausländischen Pass.
2. Heutzutage spricht man in Okinawa schon Japanisch. Aber die traditionellen Ryūkyū- Sprachen, die der japonischen Sprachgruppe angehören, werden weiterhin gepflegt.
3. In Hokkaido, Japans großer Nordinsel, wo die Volksgruppe der Ainu beheimatet ist. Das „Nationale Ainumuseum“ eröffnete im Juli 2020, als eigentlich die Olympischen Spiele stattfinden sollten, ehe sie dann coronabedingt um ein Jahr verschoben wurden.
Wer einmal in Japan war, weiß Bescheid: Hier wird hervorragend gekocht. Als ein Geheimnis der sehr guten Küche gelten Disziplin und Geduld: Um Koch zu werden, muss eine jahre- und manchmal jahrzehntelange Ausbildung durchlaufen werden. Und dann gibt es noch ein paar andere Gründe, die oft genannt werden – deren Wahrheitsgehalt aber nicht durchweg gesichert ist!
1. Die Rinder, deren Fleisch zum berühmten Kobe-Rind verarbeitet wird, hören zeitlebens Kompositionen von Mozart. Deswegen ist das Fleisch so zart. Stimmt das?
2. Viele Gerichte der sehr diversen Küche haben die gleiche Grundzutat. Wirklich?
3. Sushi, und speziell die in Deutschland beliebte Variation „maki“, ist international unvergleichbar. Wahr?
Lösungen
1. Es ist wohl ein Mythos. Zudem ist ungewiss, ob die Musik einen spürbaren Einfluss auf die Beschaffenheit des Fleischs hätte.
2. Stimmt: Es ist der Fischsud „dashi“, der vor allem aus Bonitoflocken und Seetang hergestellt wird. Unter anderem für Misosuppen und Ramen wird er oft verwendet.
3. Falsch. Im benachbarten Korea gibt es das Gericht „gimbap“, das wie die „maki“ aus Japan aus in Algen eingerolltem Reis und einer weiteren Füllung besteht.
Hat man in Japan mal Durst, ist das nie ein großes Problem. An jeder größeren Kreuzung gibt es einen Getränkeautomaten. In den schwülen Sommern werfen sie gegen Münzen und Scheine eisgekühlte Getränke aus, in den kalten Wintern warmen Tee oder Kaffee. Auch Alkohol gibt es manchmal aus den Maschinen. Wer aber eher wählerisch ist, sollte etwas weitersuchen. Zum Glück ist die Auswahl groß.
1. Welches aus dem Ausland stammende Getränk wird heute auch in Japan hergestellt, und zwar in allseits geschätzter Qualität?
2. Sake ist in Wahrheit kein Getränk, sondern eine Gattung. Wahr?
3. Warum gibt es in japanischen Supermärkten so große Preisunterschiede beim Bier?
Lösungen
1. Whisky. Im Jahr 1918 wanderte der junge Brauer Masataka Taketsuru nach Schottland aus, um das Brennen zu lernen. Drei Jahre später kehrte er gut ausgebildet zurück nach Japan und startete eine große Kultur. Heute gewinnen japanische Whiskys regelmäßig Preise.
2. Stimmt. „Sake“ bedeutet nur Alkohol. Der Reisschnaps, den man im Ausland oft „sake“ nennt, wird in Japan „nihonshu“ genannt, was so viel heißt wie: japanischer Schnaps.
3. Nicht alles, was wie Bier schmeckt, ist streng genommen auch welches. Bier wird in Japan nach dem Malzanteil definiert und besteuert. Daher bieten viele Brauereien auch Getränke mit geringem Malzanteil an, die dann etwas nach Bier schmecken und billiger sind.
Für seine Musik ist Japan weltweit weniger bekannt. Der wohl einzige richtig berühmte Musikexport ist Karaoke – die Kultur des Nachsingens bekannter Lieder per Mikrofon, während die Instrumentalversion des Originals läuft. Ist das wirklich alles?
1. Japan ist auch eine Hochburg des Jazz. Stimmt das?
2. Warum wäre der US-amerikanische Musiker Ray Charles ohne Japan um einen Hit ärmer gewesen?
3. Wofür ist die Tokioter Kampfsporthalle „Budokan“ noch bekannt?
Lösungen
1. Kann man so sagen. Aus Japan kommen nicht nur internationale Stars wie die Jazz-Pianistin Hiromi Uehara. Die Musik ist auch im japanischen Alltag sehr beliebt. Es gibt Cafés, in denen man nur still sitzt und der Musik lauscht. Und in Kantinen wie Bars läuft häufig nicht Radio, sondern: Jazz.
2. „Ellie, my love so sweet”: Diese berühmte Zeile der Ballade „Ellie My Love“ ist ein Cover. Das Original ist von Keisuke Kuwata, Titel: „itoshi no erii“.
3. In der Halle, die für die Olympischen Spiele von Tokio 1964 gebaut wurde, haben die Beatles 1966 eines ihrer legendärsten Konzerte gegeben. Es löste einen Beatles-Boom in Japan aus. Viele weitere große Konzerte anderer Rockstars sollten folgen.
Dass Japan eine große Sportnation ist, wird bei Olympischen Spielen regelmäßig deutlich. Das Land landet im Medaillenspiegel immer wieder unter den Top Ten. Dabei sind viele der populärsten Sportarten gar keine olympischen – oder gar keine japanischen.
1. Welche Sportart ist die beliebteste in Japan?
2. Die älteste Sportart im Land ist Sumo. Stimmt es, dass die Ringer vorm Kampf Reis in den Ring streuen?
3. Ein anderer japanischer Traditionssport ist Karate – oder?
Lösungen
1. Über die letzten Jahrzehnte ist Baseball die am meisten verfolgte und betriebene Sportart gewesen. Allerdings ändert sich dies durch den Generationenwandel. Junge Leute spielen und lieben eher Fußball.
2. Falsch. Man streut Salz in den Ring, um den in der japanischen Urreligion Shintō als heilig geltenden „dohyō“ (Ring) zu reinigen.
3. Umstritten! Karate stammt aus Okinawa. Und als diese Technik der Selbstverteidigung dort erfunden wurde, nannte die Inselgruppe sich Ryūkyū-Königreich – und gehörte nicht zu Japan.
Der Berg Fuji, oft Fujisan genannt oder im Ausland auch Fujiyama, gilt als Wahrzeichen Japans. An wolkenlosen Tagen kann man ihn aus dem Tokioter Zentrum mit bloßem Auge sehen. Von Japanerinnen und Japanern wird kaum noch hinterfragt, warum dieser Berg so viele Kunstwerke inspiriert hat. Er gilt einfach als schön.
1. Was genau findet man in Japan eigentlich so schön am Fuji?
2. Der Fuji ist immer mit Schnee bedeckt. Stimmt das?
3. Kann man den Fuji auch essen?
Lösungen
1. Einige sagen, es ist seine Symmetrie. Andere behaupten quasi das Gegenteil: Die leichte Asymmetrie sei das Besondere. Dahinter steckt das Ideal „wabi-sabi“, was sich in etwa als „Schönheit der Unvollkommenheit“ interpretieren lässt.
2. Ungefähr zwei Monate lang im Sommer ist die gesamte Schneedecke geschmolzen. Dann empfiehlt sich eine nächtliche Wanderung zum Gipfel, um von dort den Sonnenaufgang zu betrachten.
3. Kann man. Und zwar als Spielart des Nudelgerichts Soba. Die manchmal Fujisan genannte Machart hat ein Topping aus fein geriebenem Daikon-Rettich – so sieht die Schüssel ein bisschen aus wie der Berg mit seiner Schneekuppe.
Japans Hauptstadt ist Tokio, deren Metropolregion mit rund 37 Millionen Einwohnern die größte der Welt ist. Aber Tokio war nicht immer so groß wie heute. Es war auch nicht immer so wichtig – und hieß früher nicht mal Tokio. Das politische Zentrum Japans wurde die Stadt erst im Jahr 1603 unter dem Namen Edo.
1. Direkt vor Edo, dem heutigen Tokio, hieß die Hauptstadt Kyōto. Wahr?
2. Wann wurde Tokio zu einer Metropole nach heutigem Standard?
3. Auch Sapporo war schon mal Japans Hauptstadt. Stimmt das?
Lösungen
1. Stimmt. Als Edo zum politischen Zentrum ernannt wurde, blieb die vorige Hauptstadt Kyōto zunächst die Residenzstadt des Tenno, des japanischen Kaisers. Bis heute wird Kyōto oft als Wiege der japanischen Kultur bezeichnet.
2. Ende des 19. Jahrhunderts lebten in Tokio erstmals mehr als eine Million Menschen. Die Metropolregion zählt heute übrigens drei Millionenstädte als Vororte: Yokohama, Kawasaki, Saitama.
3. Stimmt nicht. Unter anderem das südlich von Tokio gelegene Kamakura sowie Nara in der Nähe von Kyōto waren aber mal für jeweils kürzere Zeiträume die Hauptstadt.