Jawid Hüseynow Läuft ein Gewaltverbrecher gegen das DFB-Team auf?

Von red/sid 

Im Fall des aserbaidschanischen Fußball-Nationalspielers hat DFB-Präsident Reinhard Grindel eine rasche Aufklärung gefordert. Jawid Hüseynow saß wegen Beteiligung an einem Gewaltverbrechen im Gefängnis und kam nach 14 Monaten überraschend frei.

Der Nationalspieler Jawid Hüseynow (weißes Trikot) saß wegen Beteiligung an einem Gewaltverbrechen im Gefängnis. Foto: EPA
Der Nationalspieler Jawid Hüseynow (weißes Trikot) saß wegen Beteiligung an einem Gewaltverbrechen im Gefängnis. Foto: EPA

Mainz - DFB-Präsident Reinhard Grindel hat von Aserbaidschan verlangt, Licht in den Fall Hüseynow zu bringen. „Ohne gesicherte Erkenntnisse ist eine Bewertung dieses Falles sehr schwierig. Deshalb fordern wir die Regierung Aserbaidschans auf, für rückhaltlose Aufklärung zu sorgen und nachvollziehbare Gründe zu nennen, die für die Haftentlassung gesorgt haben“, sagte Grindel am Samstag in Mainz.

Der Nationalspieler Jawid Hüseynow saß wegen Beteiligung an einem Gewaltverbrechen im Gefängnis. Der renommierte Journalist Rasim Alijew war nach einer Kritik an dem Mittelfeldmann zunächst brutal zusammengeschlagen worden. Im Krankenhaus kam er später unter ungeklärten Umständen ums Leben. Hüseynow wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, der Haupttäter zu 13 Jahren. Nach 14 Monaten kam der Profi überraschend frei und spielte im März im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland (1:4) erstmals wieder Fußball.

Auch beim Rückspiel am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) steht er im Kader Aserbaidschans. „Dieser Vorgang ist unfassbar tragisch, das Leid der Familie unermesslich“, sagte Grindel über den Tod Alijews. Vor dem Hinspiel sei dem DFB der ganze Sachverhalt nicht bekannt gewesen, jetzt wolle er aber auch die Verbandsvertreter beim offiziellen Essen darauf ansprechen.

Jeder Straftäter habe ein Recht auf Resozialisierung, sagte Grindel, aber der DFB stehe auch „für good governance und die Einhaltung von Presse- und Meinungsfreiheit. Das gilt auch für Aserbaidschan.“ Es müsse im Interesse der aserbaidschanischen Regierung liegen, deutlich zu machen, „warum es zu einer Verkürzung (der Haftzeit) gekommen ist“.